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XXIX

Wände deuten auf ziemlich späte Zeit, nicht lange vor der Römerherrschaft. 340 Schritt westlich vom Seitz’schen Acker wurden 1872 und 1873 beim Sandholen mehrere germanische, Gräber gefunden, die zwar keine Steinpackung hatten, sonst aber manche Uebereinstimmung mit den 3 vornerwähnten zeigten und nicht viel älter zu sein scheinen.

Monatsversammlung am 7. November 1889. Dr. Suchier hielt einen Vortrag über die Autographensammlung des Kanzleiraths Ludwig Heynemann, die nach dessen Tode als Geschenk in das Vereinsarchiv gelangte. Zunächst wurde der Lebenslauf dieser merkwürdigen allgemein bekannten Persönlichkeit geschildert. Stoff dazu lieferte ausser anderem ein Quartband, der eigenhändige Notizen von Heynemann’s Mutter, dann auch von seiner Schwester enthielt. Die Mutter hiess Margaretha Brenner, war 1769 geboren als Tochter eines Rentmeisters in Meerholz und starb als Witwe in Hanau 1832. Mit ihr verheirathete sich 1798 der 1770 geborene Gottlieb Heynemann, lutherischer Pfarrer in Bergen, von 1802 an in Hochstadt, von 1809 an in Hanau, wo er 1813 starb, nachdem er in diesem Jahre auch Direktor der neubegründeten Realschule geworden war. Ludwig Heynemann (Louis genannt) geboren in Hochstadt 1804, wurde im Dezember 1821 Schreiber beim Hofgericht; er bekam täglich 48 Kreuzer. Zwei Jahre danach wurde er als Accessist am Obergericht angestellt, 1832 Kanzlist bei demselben, 1834 Repositar mit 300 Thalern Gehalt, der 1838 auf 400 Thaler stieg. Nach 1850 wurde er Repositar bei der Regierung und kehrte in diese Stellung mit, 600 Thaler Gehalt zurück, nachdem er von Dezember 1853 bis Februar 1855 Probator beim Consistorium in Marburg gewesen war. Als 1867 die Regierung in Hanau einging, blieb er als einziger Vertreter derselben in seinem Amte und hütete mit bureaukratischer Ängstlichkeit und Engherzigkeit die Urkunden und Akten, bis auch diese 1874 nach Marburg und Kassel abgeholt wurden. Von da an verlebte er, an alten Gewohnheiten klebend, in ungestörter Musse einen Tag wie den anderen. Nach dem Tode seiner einzigen Schwester Amalia (geb. 1799 gest. 1878), die ebenso wie er unverheirathet blieb und mit ihm von

 

 

 

 

 

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