..

LXXI

Befestigungen der Stadt und des Milchling’schen Burgsitzes, sowie die Grabdenkmäler in der Kirche das Interesse der Besucher im höchsten Grade.

3. Ausflug am 8. Oktober.

Er erstreckte sich zunächst auf den Christenberg. In den erläuternden Mittheilungen, welche die Vereinsmitglieder, die Herren Pfarrer Heldmann von Michelbach, Dr. Reimer und Dr. Könnecke machten, konnte neuer Stoff ausser dem schon längst bekannten nicht gebracht werden. Es wurde jedoch vor zu weitgehenden Combinationen und Vermuthungen, wie sie früher aufgestellt sind, vorsichtig gewarnt. Die am Wege westlich vom Christenberg belegenen Hügelgräber wurden gleichfalls in Augenschein genommen. Herr Maurermeister Moog aus Münchhausen, welcher die Führerschaft von dort aus freundlichst übernommen hatte, konnte über die früher in seiner Anwesenheit stattgefundene Ausgrabung eines dieser Hügel berichten. Die Besichtigung der Kirche von Münchhausen war für die meisten der Mitglieder neu und für alle von Interesse. Da nach dem Besuche der Kirche noch genügende Zeit zu weiteren Unternehmungen war, so entschlossen sich die Theilnehmer schnell und fuhren nach Frankenberg. Die verehrlichen Vereinsmitglieder, Herr Pfarrer Koch, Rector Schenk, denen sich noch Herr Kreisbaumeister Müller zugesellte, bildeten die Führer durch die Kirche und die baulichen Sehenswürdigkeiten der alten einst so bedeutenden Stadt. Leider war die Marienkapelle, dieses Kleinod gothischer Sauberkeit, nicht zugänglich, weil der Schlüsselbewahrer seine Kartoffeln ausmachte und nicht beigebracht werden konnte.

Ein durch diesen Ausflug veranlasster, später in die Wege schriftlicher Verhandlung geleiteter Versuch, die Balkenköpfe des Meisters Soldan aus ihrem jetzigen, ihren intakten Bestand nicht sichernden Aufbewahrungsraum in die Sammlungen des Geschichtsvereins nach Marburg zu retten und sie so einem grösseren kunstliebenden Publikum zugänglich zu machen und ihnen zwischen gleichartigen Stücken die ihnen gebührende Stelle zuzuweisen, schlug leider wieder fehl.

 

 

..