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CXIX

[Deutschen] schen in das Moor zu drücken! Aber er musste dann gleich mit der Artillerie gegen den Wall vorgehen. Nach der Einnahme desselben hatte er die Weserniederung am Bollsee oder den Fluss selbst und die Berge »im Rücken«.

Dieses Schlachtfeld entspricht somit allen Anforderungen der Schilderung (je nachdem man die »planities« mit oder ohne den Wald auffasst), sowie allen sonstigen. — Die Schlacht*) muss wieder ausserordentlich blutig für die Deutschen gewesen sein. Sie wurden nach drei Richtungen zersprengt, nach Norden über Leese**), nach dem Hauptübergange Hütten und nach Rehburg. Nach den Hütten zu fand ich auf den »höheren« Strichen tumuli, auch in dem von mir bezeichneten Wald scheinen solche von Kulturen verwischt. Sonst fand ich keine mehr in Wald, Feld oder Moor. Die Reiterei muss auf Rehburg entwichen sein. — Germanicus nahm Abends eine Legion aus dem Kampfe zurück, um das Lager zu schlagen. Knoke folgert daraus und dass die Disselburg nicht genommen sei, — die Schlacht sei weniger unglücklich ausgefallen, die Deutschen hätten anderen Morgens ihre Stellung wieder eingenommen, — Germanicus sei sogar (die eine Legion zeigte es an) nach Minden zurück und dort über die zweite Brücke gegangen. Die Legion musste zurück, um noch ein Lager fertig zu bringen, zurück, weil nur auf den Loccumer Bergen oder bei Hühnerberg geeigneter Lagerplatz,— sie konnte zurück, gerade weil der Kampf so gut stand. Unbegreiflich wäre es seitens der deutschen Führer gewesen, wenn sie ändern Morgens »in derselben Stellung« ruhig dem Uebergange der Römer zusahen, welchen sie Tags vorher verhindern wollten. Tacitus hätte auch irgendwelchen nennenswerthen Versuch ohne Zweifel berichtet. — Es ist fraglich, ob Stertinius vor der Schlacht auf das linke Weserufer entsandt werden musste. Kämpfe dort hätte Tacitus jedenfalls auch mitgetheilt. — Germanicus

*) Ich halte nach Allem die Verluste noch grösser, als bei Idistaviso.

**) Die im Oehmer Holz gefundenen römischen Schleudersteine deuten darauf hin.

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