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CXXXIII

Fund eines alten Goldringes.

Vor mehreren Jahren wurde in dem alten, jetzt mit Gras bewachsenen Friedhof, der an der Stiftskirche zu Oberkaufungen liegt, ein kleiner goldener Ring gefunden, welcher kürzlich aus einer Kasseler Privatsammlung in den Besitz des Kgl. Museums überging. Seinem Kunststil nach stammt er aus dem 14., spätestens 15. Jahrhundert, ist an der Aussenseite abwechselnd mit Aehren und Blättern geziert und trägt auf der Innenseite in gothischen Minuskeln die von hinten nach vorne zu lesende Inschrift: rid ot tsned (also denst to dir = Dir zu Diensten). Die Entzifferung dieser Inschrift und zwar eben durch die Entdeckung, dass sie von rückwärts zu lesen sei, verdanken wir Herrn Bibliothekar Dr. Brunner.

Dr. Eisemnann.

Münzfund in Marburg.

Am 20. März a. c. wurden bei Grabarbeiten in einem alten Kellergewölbe der Barfüsserstrasse Nr. 7 zu Marburg durch einen Metzgermeister etwa 70—80 Goldgulden und Dukaten aus dem 14. Jahrhundert und über 200 Tournosen gefunden.

Was die Goldmünzen anlangt, setzt sich der Fund aus folgenden Sorten zusammen:

Etwa 7 Goldgulden des Kaisers Ludwig des Baiern.

18—20 Dukaten von Rudbrecht L, Rudbrecht II. oder III., Pfalzgrafen bei Rhein.

ca. 7 Stück kurkölnische Dukaten des Erzbischofs Friedrich III., Grafen von Saarwerden (1370—1414).

5 Dukaten von Gerlach, Graf von Nassau, Erzbischof von Mainz (1346—1371).

10 desgleichen von Adolf I., Graf von Nassau, Erzbischof von Mainz (1381—1390).

9 Dukaten von Kuno II. von Falkenstein, Erzbischof von Trier (1362—1388).

l Dukaten von Johann I., Graf von Lützelburg-Ligny, Erzbischof von Mainz (1371—1373).

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