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von den Jesuiten als Lehrern und Erziehern der Jugend unterstützt.

Balthasar sollte nicht lange seine Wiedererhöhung geniessen, am 15. März 1606 nahm der Tod den Siebenundfünfzigjährigen hinweg. Sein Lebenswerk, Herstellung des Katholicismus im Fulder Lande bezeugt seine Willensstärke und unerschütterliche Zuversicht auf den endlichen Sieg der von ihm für gut erkannten Sache.

Auffällig und in der Schrift nicht genügend erklärt ist das Verhalten des Fürstabtes vor seiner Entsagung zu Hammelburg im Jahre 1576; da nach v. Egloffstein’s Angabe Balthasar das geheime Einvernehmen der Stiftsunterthanen mit Bischof Julius nicht verborgen geblieben war (S. 39), da ihm seine Umgebung dringende Vorstellungen machte, sich gegen den ihm drohenden Ueberfall zu sichern (S. 40), bleibt die Unthätigkeit des Bedrohten unverständlich.

Allen, welche für die Zeit Interesse besitzen, in welcher sich in Deutschland die Dinge für den grossen Kampf im 17. Jahrhundert vorbereiteten, sei das Werk empfohlen. —       v. Stamford.

Der Prinz von Homburg. Von Joh. Jungfer, Dr. phil. Mit zahlreichen Briefen und Aktenstücken und einem Facsimile. Berlin, Kurt Brachvogel. 1890.

Eine Freude ist es, diese Heldengestalt aus dem Hessischen Fürstengeschlechte in helles geschichtliches Licht versetzt zu sehen aus dem sagenhaften Schimmer heraus, in welchem sie lange Zeit hindurch halb wahr, halb unwahr erschien. In dem vorliegenden Werke heisst es S. 81: Kein Geringerer als Friedrich der Grosse war es, der diese spätere volksthümliche Ueberlieferung, welche er als Kronprinz bei einem Besuche des Schlachtfeldes kennen gelernt, in die geschichtliche Litteratur einführte. Nach seinen 1751 zuerst veröffentlichten »Mémoires pour servir à l’histoire de la maison de Brandebourg« entschliesst sich der Kurfürst nur deshalb zur Unterstützung des Prinzen (bei Fehrbellin) um die drohende Vernichtung seiner Truppen abzuwenden; aber nach dem Siege verzeiht er ihm »die

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