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II

[Liebfrauenkirche] kirche oder lutherische Pfarrkirche St. Maria, eine in Kreuzform erbaute dreischiffige Hallenkirche, ist im Jahre 1286 vom Landgrafen Heinrich I. gegründet; der Chor, einschiffig und höher als das Langhaus, gehört der Mitte des 14. Jahrhunderts an, der obere Theil des Thurmes, der nach einem Brande im 17. Jahrhundert stillos erneuert wurde, harrt noch eines stilgerechten Aufbaues.

Von dem Besuche der Kirche wandte man sich zum Rathhause, einem interessanten Holzbau des 16. Jahrhunderts, in dessen reich geschmücktem, namentlich auch mit Fahnen und Ausrüstungsstücken der alten Bürgergarde geziertem Saale die Hauptversammlung stattfinden sollte.

Der Vorsitzende des Vereins, Herr Major a. D. von Stamford eröffnete um 9¼ Uhr dieselbe, zu welcher sich weiter folgende Mitglieder des Gesammtausschusses, die Herren: Secretär Dr. Scherer aus Kassel, Archivrath Dr. Könnecke und Conservator Bickell aus Marburg, Dr. med. Eisenach und Dr. Wackermann aus Hanau und Herr Baurath Hoffmann aus Fulda, sowie über 100 weitere Theilnehmer eingefunden hatten, mit herzlichen Worten, wobei er mit dem Dank für den schönen Empfang den Wunsch verband, dass man in Frankenberg, wo der Verein zum ersten Mal tage, ihn und seine Bestrebungen recht kennen und liebgewinnen möge.

Hierauf entbot Herr Bankier Hassenkamp als Vertreter der Stadt den Willkommen der Stadt Frankenberg, welche es sich zur Ehre rechne, den Verein als Gast bei sich zu sehen.

Der Vorsitzende dankte und erinnerte sodann an den schweren Verlust, der den Verein im letzten Jahre durch den Heimgang eines seiner Vorstandsmitglieder, des Herrn Museumsdirectors Dr. Pinder, betroffen habe. Er bat, das Andenken des kenntniss- und geistreichen Gelehrten, des eifrigen Forschers auf dem Gebiete der Vorzeit Hessens, des liebenswürdigen Gesellschafters und Freundes durch Erheben von den Sitzen zu ehren.

Hierauf verlas der Bibliothekar des Vereins, Herr Dr. Scherer, den vom Schriftführer des Vereins ver- [verfassten]

 

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