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[Pappenheim] heim zum S.-Annenorden III. Classe mit der Schleife und für eine spätere Affaire, wo er mit Oranienhusaren die Polen über die Grenze nach Galizien jagte, zum Premier-Lieutenant vorgeschlagen. Das Regiment Oranienhusaren wurde dann zum Blokade-Corps der Festung Zamosc commandirt. Bei demselben machte v. P. am 8. September ein Detachementsgefecht bei dem Flecken Janowo und dem Dorfe Lipa gegen polnische Rebellenhaufen mit, wobei die Rebellen gänzlich vernichtet wurden. Auch bei den Truppen des Blokade-Corps, welche an der Verfolgung des polnischen Corps unter dem General Romarino über die österreichische Grenze theilnahmen, befanden sich die Oranienhusaren; dem A. v. Pappenheim wurde bei diesem Gefechte sein Pferd verwundet. Nach der Übergabe von Zamosc marschirte das Regiment nach Krakau und trat wieder unter den Befehl des Generals Rüdiger.

Nach den Aussprüchen aller seiner Vorgesetzen muss sich A. v. Pappenheim in allen mitgemachten Gefechten des polnischen Feldzuges besonders ausgezeichnet haben. Nach dem Reitergefecht bei Baromli äusserte der Oberst Plantin zu seinem Rittmeister, Namens Pokorski, welcher ihn zu seiner Schwadron erbeten hatte: Sie haben sich unter den Deutschen einen sehr tüchtigen Offizier ausgesucht.

Der russische General Graf Witt sagte von ihm in einem Brief an seine Mutter, seit 1817 in zweiter Ehe verheirathet mit dem S. W. Minister Frhr. von Gersdorff: il est très vrai qu’il s’est distingué en maintes occasions. Der General Rüdiger: Monsieur votre fils, qui se trouve sous mes ordres a merité sous tous les rapports la satisfaction de ses chefs et que je lui dois le témoignage d’un officier très distingué.

Am 1. Januar 1832 wurde v. P. in Krakau mit dem S.-Annenorden mit der Schleife und dem polnischen Orden Virtuti Militari für sein Verhalten im Feldzug belohnt. Seine Ernennung zum Premier-Lieutenant erfolgte erst am 1. Januar 1833, nachdem er sich mehrmals darüber beschwert hatte, dass er noch nicht dazu ernannt worden sei. Nach dem Feldzug war er längere Zeit auf Urlaub gewesen und wurde bei seiner Rückkunft in Warschau vom Feldmarschall Paskiewitsch und in Lublin vom General von Rüdiger mit grosser Freundlichkeit empfangen; zu seinem Bedauern wurde damals gerade der Rittmeister Graf Steinbock, sein liebster Freund, nach dem Kaukasus versetzt.

In seinen Erinnerungen aus der Goethezeit, welche er dem Rittmeister von Aminoff, mit dem er in Chelm zusammenwohnte, mittheilte, erwähnte er hauptsächlich: seinen Freund Karl Wolfgang Heygendorff, dessen Pathe Goethe war, seine Schwester Jenny von Pappenheim, Louise von Egloffstein, Anna von Egloffstein, Jette von Stein, Pauline und Melanie von Spiegel, Helene von Seebach, Isabella von Egloffstein, Frau von Fritsch, Fräulein von Berg und noch viele andere Damen Weimars. 1833 machte er die grossen Manöver bei Modlin mit und wurde aufgefordert, sich zur Überführung in die Garde vorzustellen. Im Juni des Jahres 1834 kam sein Regiment nach Warschau und er verlebte daselbst eine für ihn äusserst glückliche Zeit. Er erfreute

 

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