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schloss derselbe mit einer Skizzirung der kirchlichen Eintheilung des fränkischen Hessengaues.

Der Gau- und Mutterkirche zu Fritzlar, dem St. Petersdome, an deren Spitze ein Archidiaconus stand, waren 8 Kirchen an den Hauptorten der übrigen Centen unterstellt, deren Erzpriestern oder Dekanen wieder eine unbestimmte Zahl von Dorfkirchen mit mit ihren Sektoren untergeben waren. Diese kirchliche Organisation des fränkischen Hessengaues sowie auch die Vollendung der Bekehrung desselben kann man mit dem Ausgang des 8. Jahrhunderts als abgeschlossen betrachten.

Monatsversammlung am 28. November 1892. Vorsitzender: Bibliothekar Dr. Brunner. Tagesordnung: 1) Der Vorsitzende berichtet über das bei Döll erschienene Werk des Oberstlieutenants von Stamford: Das Schlachtfeld im Teutoburger Walde, sowie über Bickells Ausgabe von Bucheinbänden aus Hessischen Bibliotheken. — 2) Es wird bekannt gemacht, dass der Verein zur Feier des 100jährigen Geburtstages Sylvesters Jordans (30. December 1892) eine ausserordentliche mit Ausstellung verbundene Vortragssitzung halten wird. — 3) Herr Major v. Roques hat dem Vorstande eine von ihm verfasste Denkschrift über Aufzeichnung von Flur- und Forstortsnamen u. s. w. in Hessen eingereicht. (Näheres darüber s. unter: Vermischtes.) — 4) Vortrag des Herrn Dr. med. Schwarzkopf: »Die Erstürmung Frankfurts durch die Hessen am 2. December 1792«*).

Redner erinnerte zunächst an den traurigen und unglücklichen Feldzug in der Champagne in Frankreich im Jahre 1792, der auf Anstiften der sogen. Emigrirten von Preussen und Österreich unternommen war und an dem auch Landgraf Wilhelm IX. von Hessen mit 6000 Mann Theil nahm. Als die beiden einzigen Lichtpunkte in diesem für die deutschen Waffen so wenig ehrenvollen Feldzuge kann man betrachten, dass die Hessen den wichtigen Pass von Clermont besetzten und vertheidigten und die Festung Coblenz nebst Ehrenbreitstein durch ihr beschleunigtes Eintreffen gegen die Angriffe des heranrückenden französischen Generals Custine sicherten. Dieser kühne General war mit 18,000 Mann aus dem Elsass vorgebrochen, hatte sich Speyers bemächtigt und sich in Mainz, dessen Bewohner den französischen Revolutions- [Revolutionsideen]

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*) Eine auf den Siegestag 1792 geprägte Medaille legte Herr Constantin Rudolph zur Ansicht vor; der Verein erhielt eine gleiche Denkmünze am 2. December von Herrn Valentin Köster dahier geschenkt; dieselbe wurde der im Museum aufgestellten Münzsammlung des Vereins überwiesen. Der Auszug des Vertrags beruht auf einem Berichte des Tageblatts.

 

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