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25 [Revolutionsideen] ideen günstig gesinnt waren, festgesetzt. Von hier aus hoffte er auch das nahe Hessen mit leichter Mühe in seinen Besitz zu bekommen und sandte den General Houchard mit 2500 Mann aller Waffengattungen gegen die Wetterau, um sich der hessischen Saline Nauheim zu bemächtigen. Zum Schutze der letzteren und der Millionen an Werth betragenden Salzvorräthe hatte der Gouverneur von Hanau schleunigst ein Detachement von 120 Mann dorthin gesandt, welche mit glänzender Tapferkeit der Übermacht des Feindes Widerstand leisteten, bis sie, fast Alle schwer verwundet und ohne Munition, vor dem später ob der geringen Zahl erstaunten Feinde die Waffen strecken mussten. Hielt dies Gefecht auch die Franzosen von einem Eindringen nach Hessen ab, so fiel dagegen leider Frankfurt am 22. Oktober in die Hände des Feindes. Dieser Verlust Frankfurts schmerzte den König Friedrich Wilhelm II. von Preussen tief; ihm war es heiliger Ernst, die Franzosen aus dem deutschen Gebiete zu vertreiben. Zwar waren Anfangs November seine Truppen in einem Zustande völliger Erschöpfung aus der Champagne zurückgekehrt, sie erhielten aber Verstärkung, als die bei Marburg versammelten hessischen Truppen in der Stärke von 8500 Mann, sowie 3700 Darmstädter von Giessen her zu ihnen stiessen. Erst jetzt konnten die sehnlichst gewünschten Offensivoperationen beginnen. An dem Vormarsche gegen Frankfurt nahmen folgende hessische Truppen Theil: von der Cavallerie 5 Escadrons Leibdragoner, 3 Escadrons Carabiniers, 3 Escadrons Husaren und l Escadron Garde du corps; von der Infanterie: die Regimenter Erbprinz, Kospoth, Prinz Carl, das Leibregiment, das Regiment Garde und Gardegrenadiere, das hessische Jägercorps, und leichte Infanteriebataillon von Lenz, sowie die combinirten Grenadierbataillone von Eschwege und Prinz Philippsthal. Schon am Abend des 28. November bezog das hessische Corps Cantonnements in und um Bergen, auf der Höhe der Friedberger Warte, um möglichst nahe bei Frankfurt zu sein, das man um jeden Preis wieder in deutschen Besitz bringen wollte. Trotzdem schien der Plan einer Erstürmung Frankfurts in’s Stocken zu gerathen, da der Höchstcommandirende, der Herzog von Braunschweig, unschlüssig war. Der den Hessen beigegebene preussische Generalstabsofficier von Rüchel, ein hervorragender Officier, erhielt jedoch von dem König von Preussen den Befehl, die Disposition für den Sturm auszuarbeiten, die der König billigte. Die Befestigungen Frankfurts bestanden aus einem Hauptwall mit vorliegendem nassen Graben. Frankfurt besass sieben befestigte Hauptthore. Bis an die Befestigungen zogen sich Gärten mit Hecken und Mauern. Der französische Commandant hatte sich um eine Ausbesserung der Befestigungen nicht gekümmert. Noch am späten Abend des 1. December ging die Disposition zum Sturme dem hessischen General von Biesenroth zu. Der Sturm sollte in vier Colonnen erfolgen, deren vierte das Friedberger Thor stürmen sollte. Sie bestand aus einer kleinen Abtheilung Gardedragoner, dem Jägercorps, dem Grenadierbataillon von Philippsthal, dem 1. und 2. Bat. Gardegrenadiere, dem 1. Bat.
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