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Garde, 3 Escadrons Carabiniers, l Escadron Garde du corps und wurde unterstützt von einer schweren preussischen Batterie.

Am Morgen des 2. December herrschte ein dichter Nebel und es wäre möglich gewesen, Frankfurt zu überrumpeln. Indess wollte der König von Preussen Zeuge des Sturmes sein, und so musste man warten. Als die Hessen aber schliesslich zum Sturm vorrückten, war es 8 Uhr vorbei, und in Frankfurt läuteten von allen Kirchen die Glocken zum Gottesdienste. Der König rief, während der Herzog von Braunschweig noch zögerte, selbst den Truppen zu „Marsch! Marsch!“ Die weitere Lösung der Aufgabe war nunmehr diesen allein überlassen, und von jetzt ab trat der General von Biesenroth auch selbstständig auf, unterstützt von den bewährten hessischen Generalstäblern, den Capitänen Marquardt, Wiederhold und v. Baumbach.

Die vierte Colonne rückte jubelnd gegen das Friedberger Thor vor, die Garde du Corps voran, denen es noch gelang, auf die Zugbrücke zu kommen. Da aber fielen die ersten Schüsse, die Pferde bäumten sich, die Reiter stürzten in den Graben und es gelang den Franzosen, die Zugbrücke aufzuziehen. Die rasch hinter einander anrückenden hessischen Jäger und Grenadiere standen bald auf kleinem Raume dicht gedrängt zwischen Gartenmauern und Gräben fast wehrlos den Franzosen gegenüber, welche jetzt von den Wällen herab ein vernichtendes Feuer eröffneten. Aber unerschrocken hielten die Garden dem Kugelregen stand und die Officiere gaben Beispiele grössten Heldenmuthes. Erst als sämmtliche Patronen beim Grenadier-Bataillon verschossen waren, liess man dieses hart mitgenommene Bataillon seitwärts der Einfriedigung der Strasse durchbrechen und eine gedecktere Stellung einnehmen. Danach fuhren zwei hessische Feldgeschütze auf und begannen auf das Thor zu feuern, doch wurde die Bedienungsmannschaft bald niedergeschossen. Viel unbedeutender waren die Verluste der dritten Sturmcolonne vor dem Allerheiligen Thor, welche dasselbe bereits geschlossen gefunden hatte und daher vorsichtiger vorging und nur ein Feuergefecht führte.

Im Innern der Stadt hatte inzwischen der den Franzosen feindliche Sinn der Bevölkerung zu erregten Scenen geführt, denen der französische Commandant General v. Helden muthlos und ohne Energie gegenüber stand. In der Nähe des Friedberger Thores hatte sich ein bewaffneter Volkshaufen angesammelt, welcher zwei heranfahrende französische Geschütze zerstörte, die im Thorweg stehende Wachtmannschaft entwaffnete und die Zugbrücke herunterliess. Jetzt drangen die Hessen mit gefälltem Bajonnet über die Zugbrücke in das Thor ein mit den bezeichnenden Rufen: „Tod dem Custinus, der Custinus muss sterben!“ Der Major von Offenbach, die Lieutenants von Kochenhausen und von Dörnberg, sowie der Fähnrich von Ditfurth waren die Ersten in dem dunklen Thorweg. Im Sturm ging es durch die Friedberger Strasse zur Zeil. Wer Widerstand leistete, wurde mit dem Bajonnet niedergestossen. Inzwischen war auch der Wall erstiegen worden, und gleichzeitig die von General von Hanstein befehligte Sturmcolonne in das Allerheiligenthor eingedrungen. Auch hier hatten die tumultuirenden Handwerksburschen die Thorwache überwältigt und den Hessen

 

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