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27 das Thor geöffnet. Ferner traf die erste Sturmcolonne von Sachsenhausen her ein, wo dieselbe leichtes Spiel gehabt hatte, weil die Franzosen dort keinen Widerstand leisteten. Mit vollstem Jubel wurden die Hessen überall von der Frankfurter Bevölkerung begrüsst. Den in Frankfurt eingedrungenen Regimentern folgte auf dem Fusse der preussische König Friedrich Wilhelm II. der die hessischen Heerschaaren in der verbindlichsten Weise begrüsste. Er sprach sich sehr anerkennend über die ausserordentlich pünktliche und genaue Ausführung aller Befehle aus, verlieh vielen hessischen Officieren Orden, liess den Truppen einen sogenannten Sturmsold auszahlen und ertheilte den Befehl, dass die Hessen vierundzwanzig Stunden von jedem Dienst frei sein sollten. Seiner Dankbarkeit aber gab er den schönsten Ausdruck durch die Errichtung des bekannten Denkmals am Friedberger Thore in Frankfurt. Zum Schlusse seines Vortrages zog Redner einen Vergleich zwischen den damaligen politischen Zuständen Deutschlands und dem heutigen mächtigen deutschen Reiche und forderte in begeisterten Worten dazu auf, auch die hessischen vaterländischen Ruhmestage, wie den jetzt wiederkehrenden hundertjährigen Erinnerungstag an die Erstürmung Frankfurts, in Ehren zu halten und mit der Liebe zu dem im Glanze der Kaiserkrone wiedererstandenen grossen Gesammt-Vaterlande die Liebe zu unserer hessischen Heimath und Geschichte zu vereinigen. Am 2. December 1892 Abends 8 Uhr veranstaltete der Verein zur Feier der 100sten Wiederkehr des Tages der Erstürmung Frankfurts im grossen Saale des Gasthauses zum Ritter ein Festessen, an welchem eine ansehnliche Zahl von Mitgliedern Theil nahm. Der Vorsitzende, Bibliothekar Dr. Brunner erinnerte in längerer Rede an den 2. Dezember 1792 und in Verbindung damit an den 2. December 1870, an die Erstürmung Frankfurts und an das Gefecht von Poupry als an zwei Ehrentage althessischer und junghessischer Tapferkeit und schloss mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser; Dr. Scherer feierte den anwesenden Festredner, Herrn Dr. Schwarzkopf als bewährten Kenner hessischer Kriegs- und Truppengeschichte; Dr. Schwarzkopf lenkte den Blick auf die dahingeschiedenen Erforscher des genannten Gebietes, Ditfurth, Pfister und Renouard; dem Hessischen Geschichtverein galt ein von Pfarrer Wissemann ausgebrachtes Hoch; Dr. Brunner toastete auf die anwesenden alten Officiere, in deren Namen Oberst Becker dankte und ein stilles Glas den Manen der Gefallenen von 1792 und 1870 weihte; in gebundener
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