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schon erwähnt, 1626 zu Grunde. Allein noch mitten in den Gräueln und furchtbaren Nöthen des Krieges schufen Landgraf "Wilhelm V. und seine hochherzige Gemahlin die Landgräfin Amalie Elisabeth ein neues Gestüt, das im Jahre 1655 bereits wieder 52 Mutterstuten hatte und 1682 schon als besonders gutes erwähnt wird; bei dieser Gelegenheit wird noch lobend hervorgehoben, dass in Sababurg so vielerlei Schecken, Schimmel und getigerte Pferde seien.

Vom Jahre 1668 an macht sich ein Umschwung in der Haltung bemerklich, die natürliche, ungebundene Lebensweise wurde mehr und mehr eingeschränkt und in eine künstliche verwandelt, so dass mit dem Jahre 1680 das „wilde Gestüt“ in ein zahmes umgewandelt war.

Am 29. März 1893 fand der angekündigte Ausflug nach Burghasungen statt. Die Theilnehmer benutzten um 8 Uhr bis Wilhelmshöhe die Strassenbahn, von wo aus zu Fuss der Marsch über den Herkules, Essigberg und durch Ehlen nach dem Endziel zurückgelegt wurde, das man um 12 Uhr erreichte.

Von dem alten Kloster steht nur noch ein am 1. Juli 1876 durch den Blitz geschädigter und mit Einsturz drohender, etwa 80' hoher Thurm, der sich einst an die Nordseite des Chores der Kirche anlehnte. Nach einem Rundgang auf der Höhe des Berges, der schöne Nahsicht mit einem nach Norden, Westen und Süden bedeutenden Fernblick vereinigt, lagerte man sich oben in einer kleinen Schlucht; hier hielt Herr Bibliothekar Dr. Brunner einen längeren Vortrag: »Über die Geschichte des Klosters Burghasungen.«

An der Ruhestätte des heiligen Heimerad, eines schwäbischen Mönches, der nach mannigfachen Schicksalen auf dem Hasunger Berge eine Zuflucht gefunden hatte, entstand 1019 ein Bethaus, dann gestiftet von Erzbischof Siegfried von Mainz 1074 eine Probstei, die 1082 in eine Benediktiner - Mönchs - Abtei umgewandelt wurde und sich gar bald eines reichen Güterbesitzes sowie als Wallfahrtsort eines bedeutenden Rufes erfreute. Redner schilderte die Schicksale der Abtei bis zur Säkularisation im Jahre 1528; Besitz- und Güterverhältnisse, Schirmvogteiausübung und Patronatsrechte, Klosterordnung und inneres Leben, die Beziehungen zu den Nachbarn, zumal die Kämpfe der Klosterleute mit den Zierenbergern fanden ausführliche Beachtung und kritische Beleuchtung; ein Blick auf den Verfall der Baulichkeiten, der durch mehrmalige Plünderung im 30jährigen Kriege beschleunigt wurde, bildete den Beschluss. — Besonderes Interesse bot noch eine vom Vortragenden in Copie *) vorgezeigte Skizze des Landgrafen Moritz, welche von diesem Ende der 20er Jahre des 17. Jhds. angefertigt wurde und über die Anordnung der damals noch vorhandenen Gebäude unterrichtete.

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*) Das Original ist im Besitze der Ständischen Landesbibliothek zu Kassel.

 

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