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erreicht ist.“ Im Norden schliesst sich an die Kirche der gut erhaltene Kreuzgang an, der sich in Bogenstellungen, die durch je 3 Säulen getheilt sind, nach dem Hof hin öffnet; die in verschiedenen Blatt- und Knospenformen gehaltenen Kapitäle sind schlicht und ruhig; in dem Kreuzgang, wo die Stiftsherrn beerdigt wurden, erinnern, wie in der Kirche selbst, zahlreiche Grabsteine an die, die einst hier gewirkt haben. Die früher zwischen Kreuzgang und Vorhalle bestandene Verbindung ist im 16. Jahrhundert durch Anbau der gothischen Mariaschnee-Kapelle am linken Seitenschiff unterbrochen worden. Durch das westliche Portal, in dessen romanischem Tympanon der thronende Christus mit St. Peter zur rechten und dem heiligen Alexander zur linken dargestellt ist, betritt man die Kirche, die neben dem Hochaltar sieben Nebenaltäre besitzt und in ihrem plastischen und malerischen Schmucke Prachtstücke deutscher Renaissancekunst zu verzeichnen hat. Meister Grünwald von Aschaffenburg, der hier seinen Wohnsitz hatte, wie der sog. Pseudo-Grünwald (Simon (?) von Aschaffenburg) sind, auch nachdem eine Reihe ihrer schönsten Tafelbilder in die neue Pinakothek verpflanzt worden ist, noch mit einigen werthvollen Arbeiten vertreten, unter denen eine Beweinung Christi, die heilige Katharina und Barbara, der heilige Valentin u. a. genannt seien. Von Lukas Kranach besitzt die Kirche eine schöne Doppeldarstellung von Christi Hinabsteigen zur Vorhölle und seiner Auferstehung. Der kunstsinnige Kirchenfürst, der die Malerei in seinen Dienst gestellt und unter dem Grünewald als Hofmaler in Aschaffenburg gewirkt hat, der brandenburgische Cardinal Albrecht, Erzbischof von Mainz und Magdeburg, hat es auch der Plastik nicht an Aufgaben fehlen lassen. So legen schönes Zeugnis von der Fertigkeit des Nürnberger Erzgusses die Arbeiten ab, die der Giesserei Peter Vischers und seiner Söhne entstammen: eine im Jahre 1525 von Peter Vischer vollendete Grabtafel, die der Erzbischof bei seinen Lebzeiten schon bestellt hatte, und die seine Gestalt, einfach und würdig aufgefasst, in wappengeschmückter Umrahmung wiedergibt, sowie das in runden und weichlichen Formen gehaltene anmuthige Hochrelief der Madonna auf dem Halbmond,

 

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