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[Rittergeschlechter] geschlechter, 1419 an die Beyer von Boppard, 1432 an Dietrich von Runkel, 1443 an Johann von Pirmont, 1445 an Philipp von Katzenellenbogen, der dort einen allodialen Hof, den sog. Albernhof besass, ausserdem eine von Kurcöln den Boosen von Waldeck verschriebene Fruchtrente von 31 Malter Korn für 400 Gfl., welche Philipp von den Boosen erworben hatte.

Rhens, ein uralt cölnischer Besitz am Mittelrhein, ist bekannt durch den Königsstuhl; hier stiessen die vier rheinischen Kurfürstenthümer zusammen, deshalb war hier der Ort der Königswahl, nachweisbar seit 1308. Dazu erbaute Rhens, welches 1376 noch ein Dorf war, bald nach diesem Jahr den Königsstuhl zur Wahl, später nur zur Inthronisation der deutschen Könige und Kaiser, für dessen Unterhaltung Kaiser Carl IV. den Einwohnern ein Zollfreiheitsprivileg (1376) gab, welches die späteren Kaiser stets auf Ansuchen erneuerten. Es wurden hier Heinrich VII. 1308, Carl IV. 1346, Wenzel 1376 und Ruprecht 1400 erwählt und Wenzel abgesetzt und 1338 der erste Kurverein geschlossen. Der letzte und einzige unter hessischer Herrschaft inthronisirte Kaiser war Maximilian I. (auf seiner Rheinfahrt zur Krönungsfeier nach Aachen am 30. März 1486). Die kaiserlichen Zollfreiheitsbriefe wurden unter hessischer Herrschaft auf der Kanzlei zu Rheinfels aufbewahrt und der letzte Akt der hessischen Regierung war 1629 ein Gesuch an den Kaiser Ferdinand II. um Erneuerung des Zollprivilegs. In späterer Zeit wurden die neuen Bürgermeister von Coblenz am 2. Pfingsttage hier inthronisirt in Verbindung mit einem Volksfeste und den Einwohnern die Marktgerechtigkeit zu Coblenz erneuert. Der Königsstuhl, 1624 zum letztenmale reparirt, 1794 von den Franzosen zeistört, war eine 12 Fuss hohe offene Halle unter 7 Nussbäumen, ruhend auf 9 Säulen, 8 in der Runde, l in der Mitte. Der jetzige Königsstuhl ist dem alten nachgebildet und 1840 bis 1843 von einem Verein zu Coblenz mit Hilfe Königs Friedrich Wilhelm IV. erbaut und demselben dann geschenkt.

Rhens folgte in Zeit der Pfandschaft allen Geschicken Hessens und der Grafschaft Katzenellenbogen, so dem sog. Katzenellenbogener Erbschaftsstreite Hessens mit Wilhelms III. Schwestern, der erst 1557 beendigt wurde; 1567—1583 gehörte es zu Landgr. Philipps II. Herrschaft, der das Amt Braubach mit Rhens seiner Gemahlin Anna Elisabeth von der Pfalz († 1609) zum Wittum bestimmte, worauf die Stadt nach deren Wiedervermählung 1602 zu zwei Dritteil an Moritz, zum dritten Teile an Ludwig V. zu Darmstadt kam. Das wichtigste Ereigniss unter hessischer Herrschaft war die Reformation, deren Einführung jedoch unter Widerspruch Erzb. Hermanns V., sowie des Ursulastiftes zu Cöln, welches das Patronat und den Zehnten besass, und der Einwohner zu Rhens geschah. Letztere fühlten sich im Gebrauche der Kirchengüter durch die hessische Kirchenordnung von 1531 beeinträchtigt und plünderten sogar um 1551 ein im Jahre 1340 gestiftetes, aber später verweltlichtes Hospital, ein Vorgang der zuweilen mit Unrecht der hessischen Herrschaft und Reformation schuldgegeben worden. Philipp d. G. hat jedoch 1557 das Hospital von Steuern befreit. Kirchlich gehörte Rhens seitdem zur Diözese St. Goar, der Erzb. Johann V. wollte zwar 1548 seine

 

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