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Hausmagd Styneken dagegen, eine junge Dirne, war ihm sehr wert. Als einmal der Knappe Hermann von Schartenberg, ein besonderer Freund Reyneke’s, dem Mädchen einen Apfel geschenkt, da ist der Geist zornig geworden und hat gesagt: „Das thust du mir nicht wieder!“ — „Ich habe ihr ja nur einen Apfel geschenkt,“ entschuldigte sich der Knappe. — „Ja wohl, aber du hattest auch noch anderes im Sinn!“ — Einen anderen seiner Günstlinge hat der Geist dann dahin gebracht, Styneken zur Frau zu nehmen, und ihm dabei versprochen, dass er ihn unermesslich reich machen wollte.

Einmal war Einer mit seinen Gesellen in der Schenke, da hat er sich verschworen: Den Reyneke will ich noch durch die Hand stechen, und so ging er in jenes Haus und rief: „Bist du da, Reyneke? — Ich bin allerwegen,“ erscholl die Stimme. — „Dann zeige einmal deine Hand her!“ — Dich selbst will ich zeigen, du schlechter Lümmel und Verräter, pack dich fort!“ rief der Geist zornig, denn er wusste von dem Schwur des Mannes. Dieser sprach: Ich will dir meine Hand auch zeigen!“ — Kaum aber hatte er sie ausgestreckt, so stach sie der Geist durch mit dem Eisen.

Reyneke hat auch einst mit dem Knappen Hermann von Schartenberg geplaudert, denn den hatte er sehr gern; als so die Zeit verging, sprach der Geist plötzlich: „Nun muss ich zur Hochzeit meiner Tochter, die geb’ ich einem braven Jungen zur Frau, der heisst Estryan; gleich wird das Fest anfangen,“ und so verschwand er.

Einer hat sich einmal Erbsenstroh vom Felde geholt und die Erbsen aus den Schoten gegessen. Zu dem sprach Reyneke: „Du, gib mir von deinen Erbsen, meine Tochter trägt Verlangen danach,“ dabei gibt er zu verstehen, dass jene in anderen Umständen sei. Darauf hat sie ihm der Mann willig gegeben. Auch acht Tage darauf hat sich Reyneke noch mehr Erbsen geholt und sich recht sehr dafür bedankt.

Als Haldessen, das mainzische Schloss vom Landgrafen zu Hessen berannt worden ist, da hat Reyneke sich oft vernehmen lassen: „Bald muss sich das Haus ergeben, schon haben sie nichts mehr zu essen; im ganzen Schlosse sind nur acht beherzte Männer, die andern taugen alle nichts!“ — Auch hat er erzählt,

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