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Partei zu halten. Darauf wies ich ebenwol schon vor Jahrzehenden hin.

Ich weiss, dass Böswillige bereits angedeutet haben, der hessiche Geschichts-Verein müsse gewisse Rücksichten üben, um nirgends anzustossen, da er statlichen Zuschuss empfange. Ich hoffe, solche Unterstellung werde recht balde Lügen gestraft.

Wann ein Volk wie unseres ein angestammtes und von Uralters eingestammtes Fürsten-Haus besitzt oder besass, dann ist dessen Ehre auch des Landes und aller Volks-Genossen eigene Ehre. So kündet jene Strofe vom Jahre 1731:

Ihr seid ja doch fürwahr unser eigen Fleisch und Blut,

Der tapfern Ghatten Herz, der Hessen Erb’ und Gut

Schmach einem Stamme, der je des Gedächtnisses getreuer Vorzeit vergässe, und damit sich selber verlöre!

Will der Geschichts-Verein zu Kassel fürder als hessicher gelten, so muss er eine kurze widerlegende Darstellung aller Lügen an sämtliche deutsche Geschichts-Vereine, an alle Hochlehrer der Geschichte unserer Universitäten, sowie an Schriftleitungen grosserer Zeitungen versenden

H. von Pfister-Schwaighusen

Dieses seltsam stilisirte Schriftstück enthält eine so gehässige und dabei durch nichts begründete Verdächtigung, dass der Vorstand des Geschichtsvereins, der Abwehr füglich überhoben sein könnte, ohne in den Augen seiner Mitglieder (zu denen Herr v. Pfister nicht gehört!) etwas an Ansehen einzubüssen, wie er denn auf frühere Anzapfungen aus der nämlichen Feder es nicht der Mühe werth gefunden hat, sich auf Erklärungen einzulassen. Nur die Rücksicht auf das Blatt, in welchem der Angriff diesmal erschienen ist, veranlasst uns, der Verdächtigung des Herrn von Pfister-Schwaighusen näher zu treten. Es sei demnach, und zwar ein für allemal, Folgendes gesagt.

1) Es ist eine boshafte und durchaus unwahre Unterstellung, dass der hessische Geschichtsverein „gewisse Rücksichten“ üben müsse, um nirgends anzustossen, da er staatlichen Zuschuss empfange. Ausser Herrn v. Pfister hat bis zur Stunde noch Niemand dem Vereinsvorstande gegenüber eine solche Verdächtigung laut werden lassen. Und wenn der genannte Herr ganz allgemein gewisse „Böswillige" denuncirt, auf welche die beleidigende Andeutung zurückzuführen sei, indem er selbst sich den Anschein zu geben sucht, als gehe die Verleumdung nicht direct von ihm aus, so stehen wir doch nicht an, ihn dem Urheber der boshaften Unterstellung so lange gleichzustellen, bis er uns die Namen jener „Böswilligen“ mittheilt, auf die die Andeutung des von ihm ausgesprochenen Verdachtes zurückzuführen ist.

Denn es ist eine Unwahrheit, dass der hessische Geschichtsverein, sei es nun aus dem von Herrn von Pfister angeführten oder aus irgend einem anderen, der öffentlichen Beurtheilung sich entziehenden Grunde, zu Rücksichten irgend welcher Art bezüglich seiner Thätigkeit auf dem Gebiete der vaterländischen Geschichtsforschung genöthigt sei bezw. Solche

 

 

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