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wesentlich anderen Lichte dastehen, wenn sich erweisen liesse, dass er nur auf Drängen der hessischen Stände der englischen Umwerbung nachgegeben hat. Dies ist der springende Punkt der ganzen Beweisführung; auf ihn kommt es in erster Linie an. Bis jetzt ist aber kein Actenstück an’s Licht gezogen worden, das unzweideutigen Aufschluss gäbe. Und so lange dies nicht der Fall ist, wird sich mit Aussicht auf dauernden Erfolg der Kampf gegen die Hydra der Verleumdung nicht aufnehmen lassen.

Schluss: Noch ehe der Angriff des Herrn v. Pfister auf den Geschichtsverein in den ,,Hess. Blättern“' erschien, hatte der Vorsitzende dieses Vereins, veranlasst durch einen in der Unterhaltungsbeilage der ,,Täglichen Rundschau“ erschienenen Artikel über den Soldatenhandel der deutschen Fürsten (von Staatsarchivar Dr. Meyer, Nr. 31—33 v. 5—7. Febr. d. J.) den Versuch gemacht, unter ausdrücklicher Berufung auf seine Stellung, sowie auf die in Hessen durch solche Artikel hervorgerufene Erbitterung einen im hessischen Sinne geschriebenen, d. h. also den Landgrafen Friedrich II. rechtfertigenden und die Schmähungen wider ihn zurückweisenden geschichtlichen Aufsatz in eine möglichst gelesene und in allen Schichten verbreitete Tageszeitung zu bringen. Steht doch, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen und richtig zu stellen, kein besseres und wirksameres Mittel zu Gebote. Indessen ist die Auswahl der für vorliegenden Zweck geeigneten Blätter nicht so gross, als es den Anschein haben könnte. Der Vereinsvorsitzende wandte sich sonach zunächst mit einer diesbezüglichen Anfrage an die „Kölnische Zeitung“. Das ihm hierauf zugegangene Antwortschreiben hat folgenden Wortlaut:

M. Dumont Schauberg. Kölnische Zeitung.

Köln, 23. Februar 1899.

Sehr geehrter Herr!

Mit verbindlichstem Danke für Ihr freundliches Anerbieten theilen wir Ihnen ergebenst mit, dass wir keine Neigung dazu empfinden, den schmählichen Soldatenhandel zu rechtfertigen oder doch in ein besseres Licht zu stellen. Wir haben umso weniger Veranlassung, auf diese Sache einzugehen, da wir den erwähnten Aufsatz des Dr. Meyer in unserem Blatte nicht behandelt haben.

Mit vorzüglicher Hochachtung.

Die Redaction der Cöln. Zeitung, i. A. Dr. jur. W. Schmitz.

Ein angesehenes Berliner Blatt, an das sich der Vorsitzende sofort nach dieser unqualificirbaren Abweisung wandte, war zwar objectiv genug, wenigstens Einsendung des Manuscriptes behufs sachlicher Prüfung und vorbehaltlich der letzteren zu verlangen. In dem erhaltenen Antwortschreiben aber lautet der Schluss auch (sehr charakterischer Weise!) dahin, dass die

 

 

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