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48 warnen und ihnen sagen, er würde nicht dulden, dass der fränkische Ritter durch seine Grafschaft reite, um den Erzbischof von Mainz zu schädigen. Die von Padberg sahen dies ein und wurden bedenklich, wogegen ihr Gast jetzt den Entschluss fasste, auch den Grafen von Waldeck zu befehden. Nach dem offenen Vorgehen Philipps hatte es Götz mindestens für anständig halten müssen, dem Grafen eine Absage zu schicken, aber so feinfühlend war der Ritter mit der eisernen Hand nicht. Nachdem er sich der Hilfe eines hessischen Ritters Georg von Bischoferode mit einer Anzahl von Knechten versichert, legte er sich mit denselben in den Hinterhalt, um den von Wildungen aus in das Ravensbergische, wo er als klevischer Statthalter meist sich aufhielt, zurückreitenden Grafen abzufangen. In dem waldreichen Sindfeld, das am linken Ufer der oberen Diemel eine Strecke weit sich hinzieht, hatte sich Götz bei dem Kloster Dalheim versteckt, spät Nachmittags kam der Graf sorglos dahergeritten mit 8 Pferden, worunter nur 5 wehrhaftige waren, wie er später an Michel von Wertheim schrieb, während die Angreifer bei ihrem heimtückischen Ueberfall über dreissig zählten. Zwei Knechte überwältigten den Grafen und dieser musste sich ergeben, konnte es sich aber nicht versagen, Götz, der den Versuch machte sich zu rechtfertigen, unter Hinweis auf sein eigenes loyales Verhalten wegen des heimtückischen Ueberfalls zur Rede zu stellen. Das machte wenig Eindruck auf Götz, und als nach einer Weile der Zufall es fügte, dass fünf Wölfe aus dem Dickicht brachen und in eine Schafherde fielen, die in der Nähe weidete, da mochte er dies wohl obendrein als ein Zeichen ansehen, dass selbst die himmlischen Mächte seine Handlungsweise billigten „Glück zu, liebe Gesellen, Glück zu überall“, rief er aus, indem er offenbar in diesem Vorfall eine Beziehung auf sein Familienwappen fand, in dem sich als Helmzier ein Wolf befindet, der ein Schaf im Rachen trägt. Die Mönche des Klosters Hama sangen eben die Mette, als die Reiter mit den Gefangenen ankamen und die Begleiter Philipps sich bis auf den einen Diener Kaspar Rump von ihrem Herren trennen mussten. Ihre Pferde behielt Götz, ebenso wie er auch dem Grafen Ringe und andere Kostbarkeiten wegnahm. Friedrich von Twiste brachte die Kunde von dem Ueberfall ins Waldeckische, er sollte das Erforderliche wegen des Lösegeldes in die Wege leiten. Zunächst richtete man Schreiben an die Grafen von Wertheim, die von Thüngen, Franz von Sickingen u. a. und ging sie um Beistand an, ausserdem berieth sich der junge Graf Philipp auf einem schnell zusammenberufenen Landtag mit den Ständen, und es blieb hier, da eine Verfolgung aussichtslos erschien, nichts übrig, als die Hilfe des Kaisers und der Landgräfin von Hessen anzurufen, da Waldeck als hessisches Lehen galt. Nach dem Chronisten Konrad Klüppel soll übrigens Götz den Ueberfall im Einverständnis mit der Landgräfin Anna ausgeführt haben, weil letztere — eine leidenschaftliche Frau —
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