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quem in das Burgverliess gelangen kann, während der übrige Theil des Thurmes unzugänglich ist. Einen Turnierplatz besass die Kugelburg, wie auch alle anderen Höhenburgen, nicht; ein Brunnen, der in der Mitte des Burghofs lag, wurde später verschüttet.

Erbaut wurde die Burg 1196 durch Philipp von Heinsberg, doch kam sie schon bald danach in den gemeinsamen Besitz der Aebte von Corvey und des Erzstifts Cöln ; zu den frühsten Pfandinhabern gehörten die mächtigen Grafen von Eberstein. Die Burgmannen dieser Grafen waren des öfteren aufständisch gegen ihre Herren und gaben häufig Anlass zu Fehden. So lag am 30. Mai 1260 ein stattliches Kriegsheer bestehend aus den Leuten des Erzbischofs, des Abtes von Corvey, der Grafen von Waldeck und anderer Edlen vor der Burg, die sich ergeben musste. 1346 belehnte Erzbischof Walram von Cöln die adligen Brüder von Pappenheim mit der Burg, deren ältester der Stammvater der Linie von Pappenheim-Kugelburg wurde, die indesen schon 1540 ausstarb. Schon 1472 finden wir Burg und Stadt den Wölfen von Gudenberg verpfändet. In dem Streite zwischen dem Landgrafen von Hessen und Cöln zog 1474 ein starkes hessisches Kriegsheer gegen Volkmarsen. Ein Jahr später belagerten die Hessen die Kugelburg, welche durch Rabe von Pappenheim heldenmüthig vertheidigt wurde. Erst am 23. Mai 1475 gelangte die Burg durch Uebergabe in hessischen Besitz und verblieb in demselben bis in das 16. Jahrhundert. Volkmarsen hingegen, dessen Bürger zu Cöln hielten, leistete noch Widerstand. Da zog der Landgraf 1476 mit vielen Casseler Bürgern und mit Bauern von Obervellmar von neuem gegen die Stadt aus. Cassel, welches damals in seinem Zeughause sehr viele Stücke besass, hatte dieselben dem Landgrafen geliehen; dieser liess sie durch die Casseler Bürger hinauf auf die Kugelburg schaffen und beschoss von dort aus die Stadt Volkmarsen, die indessen erst im folgenden Jahre, dem Sturmangriff erlag und in hessische Hände fiel. 1503 verkaufte die Abtei Corvey ihren Antheil an der Kugelburg um 4000 Gulden an den Erzbischof von Cöln, unter Vorbehalt des jederzeitigen Rückkaufes. 250 Jahre später beanspruchte sie trotzdem ihren alten Antheil an der Burg und es entspann sich um den Besitz ein langwieriger Process. Lange Zeit hat die Kugelburg ihre Besitzer gewechselt. Aus cölnischem kam sie in hessischen, dann in hessen-darmstädtischen Besitz, um endlich, 1817, aufs neue in die Hände des Kurfürsten von Hessen-Cassel zu gelangen.

Herr Direktor Dr. Knorz, der den Ausflug leitete, sprach dem Redner den Dank der Versammlung aus, während Herr Pfarrer Gunst von Volkmarsen der Freude über den Besuch des Geschichtsvereins in einem Hoche auf denselben Ausdruck gab. Bei der vorgeschrittenen Zeit musste leider alsbald der Rückweg

 

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