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Geschlechtern zu erhalten, und gab der Freude Ausdruck, dass Herr Redakteur Krollmann, Vorstands-Mitglied und Herausgeber der von jener Vereinigung ins Leben gerufenen Zeitschrift „Burgwart“ sich zu einem Vortrag herbeigelassen habe.

Hierauf hielt Herr Krollmann den angekündigten Vortrag: „Die deutschen Burgen mit besonderer Berücksichtigung Hessens“.

Derselbe wiess einleitend darauf hin, dass die Burgen und Bergschlösser der landschaftlichen Beschaffenheit ihre Erbauung zu verdanken hätten, dass sie aber auch der Landschaft durch ihre malerische Erscheinung ein eigenes Gepräge verliehen; denn was seien die Rheinlande, Tirol u. s. w. ohne die stolzen, moosbewachsenen Burg-Buinen, und sprach über den Zauber der dieselben umgebenden Romantiken, obgleich gerade in der Zeit der sog. Romantiker den Burgen grösserer Schaden zugefügt worden sei, als zur Zeit ihrer Zerstörung durch die Landesherren, nämlich durch die Benutzung ihrer Steine zu anderen Bauten. Dann gedachte er der bildlichen Darstellungen derselben erst in den Schriften des Chronisten Wiegand Gerstenberger, dann im 17. Jahrh. des Geographen und Historiographen Dilich, welcher das romantische und malerische Heimathland schön geschildert und bezüglich der von ihm beigegebenen Zeichnungen sogar als ein zweiter Apelles gepriesen worden sei von seinen Zeitgenossen. Die Burg auf deutschem Boden hat sich anders entwickelt, als die römischen Anlagen. Man verstand unter einer mittelalterlichen Burg ein bewohnbares gemauertes Bauwerk, das zur Vertheidigung seiner Bewohner diente. Der gewählte Platz musste schwer zugänglich sein, entweder auf einer Insel oder auf einem Berge. Man unterschied danach Wasser-Burgen und Höhen-Burgen. In Hessen sind die letzteren vorherrschend, zu den ersteren gehört z. B. Ziegenhain.

Die Entstehung der mittelalterlichen Burgen fällt in die Mitte des 10. Jahrhunderts, und es lassen sich dieselben in 3 Perioden zergliedern.

I.      Periode.          950-1200,    wo die Stein- und Wurfspeere vorherrschten;

II.                        1200-1400,    wo die Armbrust und Schusswaffen entschieden;

III.                       1400-1550,    wo Pulver- und Feuerwaffen die Aufführung immer stärkerer Mauern nothwendig machten, schliesslich aber auch diese nicht mehr Widerstand zu leisten vermochten.

Die älteste Burg zeigte folgende Theile: 1. Bergfried; 2. Palas; 3. Kemenate; 4. Ringmauer; 5. Graben.

Der Burgbau diente den Bewohnern zum Schutze und ermöglichte Vertheidigung bei Belagerung, besonders die Thürme, welche theils zu Kampf-Zwecken, theils zur Wohnung bestimmt

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