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- 38 - anordnete, so hat man doch nachher durch die Finger gesehen, wenn diese Anordnungen nicht befolgt wurden. Interessant ist in dieser Beziehung ein im Besitze der Frau Sanitätsrat Nothnagel befindlicher Zettel aus dem Nachlasse des späteren kurhessischen Obersten und Kommandanten von Spangenberg, Friedrich Wilhelm v. Schmidt, der 1809 Kapitän im westfälischen 4. Infanterieregiment war. Der Zettel enthält im oberen Teil eine Quittung folgenden Wortlauts: „14 Bauern sind durch Commando anhero ins Castel als Arrestanten richtig abgeliefert worden. Cassel, 23. April 1809. J. Wehrbein.“ Darunter befindet sich folgende Notiz v. Schmidt's: „Gewiß muß dieser Tag einer der schönsten meines Lebens seyn, weil ich ganz gegen die mir erteilte Orde, (daß ich)1) alle diejenigen Bauern, welche von Ehlen nach Dörnberg zurückkamen, des Morgens frühe auf dem Kirchhof tot schießen lassen sollte, ich aber statt diesen Befehl zu vollziehen, dieselben durch ein Commando zur weiteren Verfügung nach Cassel ins Castell abliefern ließ, wo diese mit l Napoleonsd'or für einen jeden auf Befehl des Königs entlassen wurden. 2. Mai 1809. v. Schmidt, capitain.“ Des Königs Jerôme gütige Gesinnung mag hierbeiwohl von der Erwägung unterstützt worden sein, daß ein zu scharfes Vorgehen eher Schadan als Nutzen bringen würde. Demgegenüber läßt sich von Belohnungen der Aufständischen durch den Kurfürsten eigentlich nichts berichten. Nur der Tuchmacher Philipp Ehrenfeld, der sich nach Böhmen geflüchtet hatte, erhielt dort eine kleine Anstellung in der Hofhaltung des Kurfürsten und wurde 1813 zum Landwehrleutnant ernannt. — Wie die Erhebung in Hessen, so sind auch die zahlreichen anderen Erhebungen des Jahres 1809 in Deutschland mißlungen. Es fehlte überall nicht an Opferwilligkeit und Begeisterung, wohl aber an einheitlicher Führung und am Zusammenhang zwischen den einzelnen Unternehmungen. Man war eben noch __________ 1) Fehlt im Original. |
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