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sicher in hohem Grade dazu beigetragen haben, dem Fürsten das Vertrauen seines Volkes abwendig zu machen und ihn schließlich zur Abdankung zu zwingen. Auch in dem zum letzten Aufenthalt gewählten, einsamen Melsungen hat Landgraf Moritz fort und fort seiner Neigung für die „philosophische“ Kunst gefröhnt. Was sie ihm, dem Lande gekostet, konnte Vortragender nicht angeben. Man wird feste Anhaltspunkte auch kaum je finden. Die Ausgaben, die gelegentlich für Bücheranschaffung u. dergl. aufgezeichnet sind, die steten Bitten um Unterstützung seitens der vielen Goldmacher, die von nahe und fern nach Kassel kamen oder schrieben, Vergleiche mit anderen Hofhaltungen lassen nur Schätzungen zu. Vortragender ist mit dem Durchforschen der großen in Betracht kommenden Brief Sammlung usw. noch beschäftigt und hofft das Resultat seiner Studien, das in seiner Schlußfolgerung kaum von dem vorläufig mitgeteilten abweichen wird, zu veröffentlichen. Mit Moritz dem Gelehrten schließt das Goldmachertum in Hessen im Grunde ab. Daß der bekannte „Graf“ Cajetano auch in Kassel eine Gastrolle gegeben hat, konnte an einer noch im Museum aufbewahrten, freundlichst dargeliehenen Goldprobe, die damals geschmolzen wurde, gezeigt werden. Sie zeigte sich, wie früher schon, als Truggold, als Bronze. — In einigen darauffolgenden Mittagsstunden zeigte Vortragender in der Landesbibliothek aus der zum größten Teil unter Landgraf Moritz gesammelten alchemistischen Bibliothek die hervorragendsten, kostbaren Stücke.

2. In der Monatsversammlung vom 27. November sprach Herr Regierungsrat Spannagel aus Schmalkalden über „Heimatschutz“. Redner wies auf die Zwecke des „Bundes für Heimatschutz“ hin, dessen Bestrebungen dahin gehen, einesteils für die Erhaltung bemerkenswerter Landschaftsbilder, anderenteils für die Beibehaltung guter alter Sitten, Trachten, Gebräuche einzutreten, wie auch für die Reinhaltung unserer Muttersprache zu wirken. Sein Vortrag galt wesentlich den auf Schutz der Landschaftsbilder hinzielenden

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