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geschlossen. Schließlich scheint Werner des Kampfes überdrüssig geworden zu sein, denn er verpachtete im Juli 1813 seine Wirtschaft. Bald darauf genoß er die Auszeichnung, daß der russische Kommandant von Kassel, Raschanowitsch, und danach der Kurprinz Wilhelm nach ihrem Einzüge in Kassel bei ihm wohnten. — Der Gastwirt Kersting „zur Stadt London“ am Brink brachte es fertig, in den 7 Jahren der französischen und westfälischen Regierung keine Steuern zu bezahlen. Daß Kurfürst Wilhelm I., als Kersting sich dessen ihm gegenüber rühmte, ihn aufgefordert habe, nun (1814) für die 7 Jahre nachzuzahlen, wird zwar erzählt, ist aber nicht beglaubigt.

Der Rest des Abends war kleineren Mitteilungen und der Besprechung von Anfragen aus dem Kreise der Mitglieder gewidmet.

 

5. Am 21. März 1910. Regierungsbaumeister Weiß teilte eine Anzahl charakteristischer Anekdoten über die Kurfürsten Wilhelm I. und Friedrich Wilhelm I. mit. Kreditvereinsdirektor Henkel brachte den Bericht eines Teilnehmers an dem letzten hessischen Rekrutentransport nach Amerika (1782) zur Verlesung 1) , worauf Bibliothekar Dr. med. Lange ein in den „Politischen Annalen“ von Girtanner 1793 in Berlin erschienenes, sehr günstig lautendes Urteil über die damaligen hessischen Truppen, sowie einen Bericht über die gleichzeitige Niederlassung französischer Emigranten in Carlshafen bekannt gab. Redakteur Heidelbach teilte interessante Berichte von Augenzeugen über den Kometen von 1811 mit, woran Geheimer Regierungsrat Fritsch Bemerkungen über seine eigene Beobachtung des Kometen von 1835 knüpfte. Es gelangte sodann eine von Privatmann Rudolph zur Verfügung gestellte Instruktion für den Brunnendirektor des Bades Hofgeismar von 1793 zur Vorlesung, sowie schließlich aus dem neu erschienenen Werke von v. Bosse: „Das deutsche Element in den Vereinigten Staaten von Amerika“ eine Anzahl Biographien von Hessen, die in Nordamerika eine hervorragende Rolle gespielt haben. Vor- [Vorgezeigt]

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1) Siehe am Schlusse dieses Heftes.

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