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- 105 - losigkeit [Anspruchslosigkeit], die den großen Kriegsmännern der Soldheere sonst nicht eigen ist. Sie erklärt aber auch seinen verhältnismäßig späten Aufstieg zum obersten Befehlshaber der Armee. Ein hohes Kapital an Autorität mußte erst vorhanden sein, ehe es möglich erschien, einen aus dem bürgerlichen Beamtenstand des eigenen Landes hervorgegangenen General auch formell als Generalleutnant zum Vertreter des Kriegsherrn zu machen. Der Vortragende schloß damit, er sähe eine der wesentlichsten Ursachen für die erstaunlichen Leistungen Niederhessens im 30jährigen Kriege in dem Umstände, daß neben einigen Mitgliedern der Ritterschaft, besonders aus den Familien v. Dalwigk, v. Uffeln, v. Calenberg, v. d. Malsburg, v. Baumbach in der hessischen Armee als Offiziere und in den damals noch wichtigeren Stellen als Kriegs-Kommissare eine große Anzahl Angehörige althessischer Beamtenfamilien, wie die Motz, Krug, Gleim, Scheffer, Ungefugk, Geyse, Wiederhold, Wenderoth, Goddaeus, Lucanus u. a. m. sich befanden, die der Armee einen gewissen, damals noch ungewöhnlichen nationalen Anstrich gaben und die eigentlichen Stützen für die kraftvolle Führung der Regierung des Landgrafen Wilhelm V. und der Landgräfin Amalie Elisabeth bildeten, während die Ausländer mit wenigen rühmlichen Ausnahmen (Geh. Rat Adolf v. Krosigk, Oberst v. Wardenburg) nur so lange und so weit sich zu Diensten verpflichtet hielten, als dies ihrem persönlichen Interesse entsprach.
8. Der öffentliche Vortragsabend am 13. April 1910 war außerordentlich stark besucht; schon die Menge der erschienenen Zuhörer bekundete das lebhafte Interesse, das für das Marburger Töpfergewerbe, das Thema des Abends, hier vorhanden ist. Nach einigen einleitenden und begrüßenden Worten des Vorsitzenden, Dr. Rosenfeld, sprach zunächst Herr Archivrat Dr. Küch in einem knappen, aber höchst inhaltsreichen Vortrage über die geschichtliche Entwicklung des Marburger Töpfergewerbes. Er ging aus von dem in sehr frühe Zeit zurückreichenden Betriebe der Töpferei in |
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