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- 152 - dem Wohnort des Drosten von Düring, geankert und alda Nachtlager gehalten worden. Den 15. des Morgens gegen 8 uhr wurden die Anker gelichtet und wir kamen gegen 10 uhr an der Brücke bei Hameln an. Des Nachmittags wurden die Schiffe durch die Schleuße gelassen und blieben unterhalb derselben des Nachts vor Anker liegen. Den 16: gieng der Transport des Morgens von Hameln ab, konte aber, des wiedrigen Windes wegen, weiter nicht, als bis Rumbeck1) kommen, alwo geankert wurde. Den 17: gegen Mittag kamen sämtliche Böcke bey Rinteln an, und wir musten den 18:, 19: und 20: alda liegen bleiben, weilen man von Seiten der Königl: Preuß. Cammer zu Minden uns bedrohet hatte, die Schiffe aufs genaueste visitiren und als zum nötigen Ballast eingeladene Stab-Holz abladen zu lassen. Der Major Niemeyer2) qua March-Commissarius begab sich den 19: nacher Minden, um die Sache zu arrangiren, kam den 20: des Abends wieder zurück, und wir fuhren Den 21: des Vormittags allererst um 10 uhr, nachdem uns die Schifs-Knechte wegen des verlangten Liege- oder Warte-Geldes bis dahin aufgehalten hatten, von Rinteln ab und kamen um l uhr jenseit Flotho3) neben dem Hof Deisbergen an, wo wir Anker warfen und den successive ankommenden Schiffen das Essen verhandreicht wurde. Da aber das Kranken-Schiff No. 15 eine Stunde hinter uns das Ruder zerbrochen hatte und erst des Abends nach 6 uhr wieder zu uns stieß, so musten wir des Nachts dahier liegen bleiben. Den 22: erst gegen 10 1/2 uhr wurde das zerbrochene Ruder wieder hergestelt und wir4) fuhren alsbald ab, und kamen gegen l uhr vor Preuß: Minden an, alwo an der Brücke angefahren und die Recruten gespeißt wurden: Immittelst fanden sich 7 Zoll-und respve. Stadt-Raths-Bediente ein, visitirten wirklich, jedoch nur obiter5) Verschiedene unserer Schiffe, und da einige derselben 20 der sogenannten Pip-Stäbe6) , um die Stapel-Gerechtigkeit zu __________ 1) Hessen-Kasselische Vogtei in der Grafschaft Schaumburg. 2) Kurhannöverscher Major und Marschkommissar. 3) Vlotho. 4) Diese Stelle von dem Worte „wir" bis zum Worte „Brücke" gibt v. Eelking a. a. O., Bd. 2, S. 165, fast wörtlich wieder und knüpft daran folgende Bemerkung: „Wir haben das Vorstehende hier deshalb wörtlich angeführt, um darzutun, daß es das Preußische Gouvernement mit dem Passieren deutscher Hilfstruppen nicht immer so genau nahm, als bisher ausgeschrien wurde. Von einem Erheben des Viehzolls von diesen Mannschaften war hier demnach keine Rede, der Verfasser hat auch nirgends eine darauf bezügliche Andeutung gefunden“. 5) = oberflächlich. 6) Es war nicht möglich zu ermitteln, was hierunter zu verstehen ist. |
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