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- 153 - exerciren, an Land geworfen hatten1) , so fuhren wir um 3 Uhr ab und passirten die Brücke. Diese passage ging sehr langsam von statten, und wir musten daher eine gute halbe Stunde unter Minden neben einer zwischen zwey Bergen liegenden Oehl-Mühle, gegen 4 uhr Anker werfen, um die übrigen Schiffe abzuwarten. — Um 5 ¼ uhr kamen erst No. 2 und 3 an und da die letzten Schiffe allererst gegen 7 uhr zu uns kommen konnten: So wurde beschlossen, dahier Nachtlager zu halten. Den 23: des Morgens gegen 5 uhr wurden die Anker gelichtet und des Mittags gegen 11 uhr kamen wir bei Stoltzenau an, alwo wir um halb 3 uhr die von Rodenberg wieder ankommende Preuß. Deserteurs und Unterthanen zu Schiff nahmen2) und des Nachts liegen blieben. Den 24: des Morgens um ½6 uhr wurden die Anker gelichtet. Wir fuhren bis Nienburg, wo die Rekruten gespeißt wurden. Um 3 uhr fuhren wir alda wieder ab und kamen um 7 uhr bei Drackenburg an, alwo wir übernachteten. Und da sich in der Nacht ein außerordentlich heftiger Sturmwind mit Regen eingefunden, so mußten wir den 25. und 26. alda still liegen. Den 27: lichteten wir um 4 uhr des Morgens die Anker, da der Wind stille zu seyn schien, aber kaum waren sämtliche Schiffe im fahren, so erhob sich der Wind wieder dergestalt, daß das Stabs- und einige andere Schiffe mit großer Mühe gegen halb 9 uhr in dem Angesicht der Stadt H o y a das Ufer nur erreichen und Anker werffen konnten. Die übrigen Schiffe, die bis auf 20 angewachsen waren, indem l Schiff mit 11 Recruten für das 60t._ Engl. Regmt. Royal Americain, und 2 Schiffe mit Waldecker Recruten zu uns gestoßen, kamen successive und die beiden letzteren erst gegen 2 uhr nachmittags an dem Versammlungs-Ort an. Den 28. und 29. musten wir des wiedrigen Windes wegen dahier liegen bleiben. Den 30. des Morgens gegen halb 4 uhr fuhren wir endlich alda wieder ab und kamen um 6 uhr abends zu Bode an, alwo übernachtet wurde. Den 1. May des Morgens um halb 5 wurden die Anker gelichtet, und wir kamen mit großer Mühe um 11 uhr Mittags vor den Eis-Pfählen bei Bremen an, wo die Anker geworffen wurden. Den 2. des Morgens früh um 7 uhr kamen 2 schöne kleine Boats3) und auf jedem derselben ein Soldat von der Stadt-Miliz und 2 wohlgekleidete Matrosen zu uns, jene fragten bey dem Herrn Obersten4) an, ob Sie die barrière und die Stadt vorbey zu passiren verlangten? auf die bejahende Antwoit fuhr das eine Boot __________ 1) Das Stapelrecht erforderte das Ausladen und Feilhalten der Schiffsladung. Durch das Auswerfen der Pipstäbe war dem formell Genüge geschehen. 2) Vergl. oben Seite 70 dieses Heftes. 3) boat, englisch für Boot. 4) Oberst Hatzfeld.
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