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den 28: ziemlich gut fort, jedoch mit untermischten Bourrasquen1) und Wind-Stürmen.

Den 29: desgl. bis gegen Mittag, da sich eine totale Windstille einfand und fast alle Seegel eingezogen wurden, bis gegen 5 uhr nachmittags, da sich ein sehr günstiger N.O. Wind angab, allein dieser dauerte nicht lange, indem sich gegen 7 uhr der Wind von W. by W. drehte, welcher zwar eben nicht sehr favorable, doch so beschaffen war, daß wir doch ziemlich fortkommen konnten.

Den 30. desgleichen. — Gegen 2 uhr nachmittags wurde die Fregatte Cyclops auf unserer linken Seite in einer großen Entfernung ein fremdes Schiff gewahr und gab deshalb mit einem Canon-Schuß ein Signal. Darauf setzten sich beide Fregatten unter Seegel und machten jagd auf dieses Schiff, so daß wir jene fast ganz aus dem Gesicht verlohren, dieses aber nicht zu sehen bekamen. Allem Vermuthen nach soll es ein Hamburg Letter of Mark2) gewesen seyn, welches bey Annäherung unserer Fregatten das Reißaus genommen. — Letztere kamen allererst gegen Abend 9 uhr wieder zu uns.

Den 1: Julii haben wir den ganzen Tag bis um halb 9 uhr mit gutem Wind geseegelt, da letzterer nachlies und sich von einer anderen noch günstigeren Seite zu drehen schien, welches wir mit Vergnügen erwarten und uns inmittelst zur Ruhe begaben.

Den 2: Julii beim erwachen und aufstehen war eine complette Wind-Stille bey trübem Himmel, indessen giengen die Schiffe ganz immerklich fort, so daß wir in einer Stunde nur 2 Meilen fuhren, da wir gestern 4 ½ bis 5 ½ Meilen in einer Stunde avancirten.

Den 8: gegen l uhr des Morgens erhub sich ein angenehmer Wind von S.W. by S. mit Regen, und wir konten mit vollen Seegeln fahren, bis gegen Nachmittag, da sich ein starker Nebel und eine vollkommene Wind-Stille einfand, welche bis um 9 uhr Morgens

den 4. dauerte, da der Nebel sich einigermasen zu verlieren anfing und die Sonne zum Vorschein kam, mit einem gelinden S.W. Wind konten wir nur langsam fortkommen und gegen 10 uhr bekamen wir erst 2 Schiffe von der Flotte zu Gesicht. Nach Verfließung einiger Stunden erblickten wir sämtliche Schiffe an unserer linken Seite, der Wind wurde stärker und wir seegelten ungemein gut bis gegen 8 uhr nachmittags, da der Commodore ein Signal gab, weil er links von uns ein fremdes Schiff entdeckte. Die beeden Fregatten spannten daher alle Seegel auf und machten jagd auf selbiges, sämtliche Schiffe aber mußten einen Theil ihrer Seegel einziehen und den Fregatten lincks langsam folgen, anstatt daß unsere Route eigentlich ganz rechts ginge.

Den 5. früh war ein starker Nebel und Wind-Stille und wir mußten laviren, indessen wurden wir gewahr, daß das quäst: Schiff

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1) Windstoß, plötzlicher Sturmwind.

2) letter of mark = Kaperbrief: gemeint ist natürlich ein Kaperschiff.

 

 

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