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eine Engl. 2 mastige Brique1) gewesen, welche sogleich wieder frey-und losgelassen worden. Nach der Aussage unseres Capitains haben wir diesertwegen 20 bis 30 Meilen außer unseren Weg gefahren. — Den ganzen Tag dauerte der Nebel und die Wind-Stille fort und wir hatten obermelte fremde Brique in einer großen Entfernung links immer in den Augen, bis gegen 3 uhr ein S.W. wind eintratt, womit wir den übrigen Theil des Tages, die ganze Nacht und

den 6: bis gegen 2 uhr ziemlich fortkommen konten. Um diese Zeit drehete sich der Wind von N.W. und der Commodore gab ein Signal, worauf die ganze Flotte sich wenden und einen anderen Cours nehmen mußte. — In der Nacht wurde der bis dahin fortgedauerte Nebel so stark, daß auf jedem Schiff von 3 zu 3 Minuten die Glocke gerührt werden mußte, damit die Schiffe in der Düsternheit nicht aneinander stoßen mögten: indessen hätte demohnerachtet in der Nachmitternacht das Bagage-Schiff Elisabeth and Marry gar nahe an die rechte Seite unseres Schiffes angestoßen, indem solches so dicht vorbeygefahren, daß es mit der vorne an der Seite vorragenden Anker-Pipe anstreifte, doch insoweit glücklich vorbey kam.

Den 7: des Morgens continuirte der Nebel und wir fuhren langsam fort. — Um die Mittags-Zeit wurden wir durch ein von dem Commodore gegebenes Signal gewahr, daß wir weit rechts von der Flotte getrennt wären. Unser Schiffs-Capitaine machte daher mit Umspannung der Seegel eine geschickte Wendung und in einigen Stunden waren wir mitten in der Flotte. Gegen halb 9 uhr des Abends wurde der Nebel stärker und es erhub sich ein heftiger S.W. wind. — Die gefährlichste Zeit, die wir noch auf der See bis dahin erlebt hatten: — Alle 2 bis 3 Minuten wurde zwar an die Glocke geschlagen, allein kaum war es möglich, zu verhindern, daß nicht ein und andere Schiffe, masen eben die ganze Flotte nahe zusammen war, aneinanderstießen. — Unser Schiff hätte gegen 11 uhr des Abends gar nahe das Unglück betreffen können, entweder selbst mit Mann und Maus zu Grunde zu gehen, oder aber dem Hesperus ganz unverschuldeterweise dieses traurige Schicksaal zu wege zu bringen. — Wir fuhren mit unserem Schiff ganz gerade vorwärts. Der Hesperus war vor uns und hatte vermuthlich durch die Unvorsichtigkeit des Steuermanns eine solche irregulaire Wendung genommen, daß der Wind verkehrt in die Segel stieß, das Schiff umkehrte und solches mit der äußersten Heftigkeit uns entgegenkam und in dem dunckelsten Augenblick der nebeligten Nacht mit dem Vordertheil des Schiffes auf das unserige zujagte und unvermerkt so nahe bey dem Vordermast anfuhr, daß man es mit einem nicht alzu weiten Sprung erreichen können. Die geschickte und geschwinde Veranstaltung unseres Schifscapitains sowie der übrigen Schifs-Leute aber und die glückliche Wendung, welche selbige in dem gefährlichsten Moment dem Schiff noch geben konten, hatten die erwünschte Wirkung, daß der Hesperus sich nur mit genauer Noth an der vorderen Spitze unseres Schiffes auf der linken Seiten doch so nahe vorbeyziehen konte, daß dessen Queer-Maste durch unsere Thauen und Seegel striechen — O

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1) Brigg.

 

 

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