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- 160 - Schreckliche Nacht in dem fürchterlichsten und gefährlichsten Element! — Dem Himmel wurde für diese glückliche Errettung aus dieser augenscheinlichen Gefahr von vielen, wo nicht von den mehresten unserer Equipage 1) herzlich gedankt. Den 8: den gestrigen Wind bey dunckelem Himmel. Gegen Abend fand sich der alte Nebel wieder ein, die Nacht war sehr finster und gegen Morgen eine complette Wind-Stille, daß wir nicht viel avanciren konten, bis den 9: gegen 3 uhr nachmittags, da der Wind W. by N. wurde und auf ein von dem Commodore gegebenes Zeichen die Schiffe sich wenden und die Seegel umkehren musten. Gegen 6 uhr S.W. b. S. mit einem dicken Nebel, so daß man nicht einen Flintenschuß weit um sich sehen konte, und die Glocken gerührt werden musten. — Gegen 8 uhr fing sich der Nebel an etwas zu vertheilen, die ganze Nacht über regnete es und der Wind blieb der nämliche den 10: den ganzen Tag sowie die vorhergehende Nacht, beständig Nebel, Regen und fataler Wind S.W. b. S. Gegen Abend 9 uhr heiterte sich auf einmal der Himmel auf, der Wind wurde günstig, obwohl nicht sehr stark, die ganze Flotte nahm daher einen anderen Cours und so fuhren wir die Nacht und den 11: bis gegen 4 uhr nachmittags, da der Commodore ein Zeichen gab, daß beygelegt werden solte, weilen der Cyclops des Morgens früh um 4 uhr auf unserer linken Seite abermals ein fremdes Schifgen ansichtig geworden und solches verfolgte. Ohnerachtet wir nun mit dem sehr günstigen Wind eine gute Strecke fortseegeln konten, so hielt uns doch dieser gewiß nichts bedeutende Umstand den Rest des Tages und die Nacht durch zurück: Überhaupt muß ich hier anmerken, daß, wenn die Fregatten sich nicht mit dergleichen vielleicht weniger gefährlichen, als auf privat-Interesse begründeten excursionen amüsirten und verschiedene kleine 2 Mastige Schiffe, als Hesperus, Diane und Elisabeth und Neptune so gut als die übrigen Schiffe seegeln und fortkommen konten, die ganze Flotte wenigstens 14 Tage früher den Ort ihrer Bestimmung würde erreichen können. den 12: des Morgens mit Anbrach des Tages sähe man in einer grosen Entfernung seitwärts hinter uns den Cyclops wieder, und erst gegen 11 uhr kam derselbe hinwiederum in die Flotte. Gleich nach Mittag wurden die Seegel aufgespannt, und wir fuhren mit sehr gutem Winde fort; die beiden Fregatten aber hielten sich in einer ziemlichen Entfernung hinter uns. Kurz vor 2 uhr wurde man von unserem Schiff gewahr, daß auf dem unmittelbar vor uns seegelnden Schiff Kingston oder Chudleigt ein Matrose oder Rekrute, welches bis dahin unbekannt bleibt über board in die See gefallen. Die vorzügliche Aufmerksamkeit unseres Schiff-Capitains wegen dieser unglücklichen Begebenheit gereicht demselben zu grosem Ruhm, noch mehr aber ist die geschwinde Entschlossenheit unseres Stewards, Namens Thomas __________ 1) Früher üblicher Ausdruck für „Schiffsbesatzung".
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