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Machtwort an den Landgrafen Ludwig V. von Hessen-Darmstadt, das ist, wie recht vieles, geschichtliche Wahrheit. Das Buch verdiene auf vielen Weihnachtstischen zu liegen.
5. Die Sitzung des 10. Januar brachte vor allem einen aus archivalischen Quellen geschöpften Vortrag des Archivassistenten Dr. Joh. Schnitze über „die Getreidepolitik des Landgrafen Philipp des Großmütigen.“ Ausgehend von der Bedeutung des Getreidehandels im Altertum, gab der Vortragende einleitend einen kurzen Rückblick über den Stand der Getreidepolitik des Mittelalters, über die Bedeutung der städt. Wirtschaftspolitik, welche seit dem 16. Jahrh. infolge der sich durchsetzenden Selbständigkeit der Territorialherren von einer territorialen Wirtschaftspolitik abgelöst wurde. Bei der Getreidepolitik handelt es sich in erster Linie um Maßnahmen zur Abstellung und Verhütung von Teuerungs- und Hungersnöten. Dem Vortragenden kam es darauf an, nach Andeutung der Verhältnisse in anderen deutschen Territorien zu zeigen, welch ein hervorragendes Interesse Landgraf Philipp selbst diesen Fragen zugewandt hat, wie er ernstlich bemüht war, allen seinen Untertanen das tägliche Brot zu sichern, namentlich dem gemeinen Manne, und wie fast alle dahin zielenden Verordnungen von ihm selbst durchdacht waren. Mißernten erfolgten damals nur allzu häufig und ein Import größerer Fruchtmengen aus entfernteren Gegenden war schwierig und gering. Von den Mitteln, die Philipp zur Verhütung der Teuerungen anwandte, steht an erster Stelle ein fast ständiges Ausfuhrverbot für alles Getreide, außerdem wurden von Fall zu Fall Maximalpreise, die von den Verkäufern nicht überschritten werden durften, festgesetzt, und in besonders empfindlichen Mißerntejahren, z. B. 1524, 1538, 1545, 1556/57 schritt der Landgraf zu einer etwas gewaltsamen und außerordentlichen Maßnahme, indem er alles im Privatbesitz befindliche den eigenen Bedarf des Besitzers übersteigende Getreide ohne Rücksicht auf dessen Stand zwangsweis durch seine Beamten für das Wohl der Allgemeinheit zu einem bestimmten Preise zum Verkauf stellen ließ.
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