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Aus dem Königlichen Museum zu Kassel.

6. Bericht. 1911.

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I. Vorgeschichtliche Altertümer.

 

Die Ausgrabungen auf der Altenburg wurden fortgesetzt, 1910 unter Herrn Dr. Kropatscheks, 1911 unter Herrn Dr. Hofmeisters Leitung. 1911 bewilligte die römisch-germanische Abteilung des Kaiserlich Deutschen Archäologischen Instituts wiederum einen Beitrag von 1000 M. Die Größe der Siedelung auf der Burg tritt immer klarer hervor, und wir wrerden alles daransetzen, um ein möglichst vollständiges Bild von ihrer Anlage, ihrem Alter und ihrer Geschichte zu gewinnen. Diese Arbeit wird sich noch über mehrere Jahre hinaus erstrecken. Von den diesjährigen Funden sind ein goldenes Kegenbogenschüsselchen mit ganz singulärer Prägung, ein eisernes Instrument zur Lederbearbeitung und eine Früh-La Tenefibel zu erwähnen. Letztere ist, von den vereinzelten neolithischen Besten abgesehen, das älteste bisher auf der Burg gefundene Stück.

 

Eine sehr wichtige Ausgrabung wurde auf der Tiessenschen Ziegelei bei Niedervellmar begonnen, wo eine neolithische Siedelung festgestellt ist. Die erste Nachricht von den dort gemachten Scherbenfunden verdanken wir Herrn Jean Gümpell, der sie längere Zeit gewissenhaft beobachtet hatte. Herr Tiessen gestattete in entgegenkommender Weise die Untersuchung, die Herr Hofmeister ausführte. Es sind Wohngruben mit zahlreichen Scherben und Steinfunden untersucht, die demselben Kulturkreis angehören, wie die von H. Wolff bei Hanau mit so viel Erfolg untersuchten.

 

Von Herrn Verbandsrevisor Otto Schröder wurde dem Museum eine sehr schön gearbeitete Steinaxt geschenkt, die auf dem Bahndamm zwischen Gunters-hausen und Grifte gefunden und wohl mit dem Edderkies dorthin gelangt ist.

 

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