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II. Münzen.

Die einzige Erwerbung des verflossenen Jahres war eine Sammlung von gegen 80 mittelalterlichen Denaren aus unserm Gebiete, die uns ein Privatsammler überließ. Es befanden sich darunter eine Amöneburger Prägung Erzbischof Siegfrieds von Mainz und mehrere Pfennige Sophiens aus den Münzstätten von Biedenkopf, Frankenberg und Marburg. Die Hauptmasse bildeten kaiserliche und dynastische Prägungen aus der Wetterau. Unter letzteren waren Stücke von hervorragender Seltenheit und Wichtigkeit. So der Denar eines Grafen von Linden, der Grafen Rosemann von Isenburg aus Ortenberg, Ulrich von Münzenberg aus Assenheim, Gottfried von Ziegenhain aus Nidda. Unter den bestimmbaren Kaiserlichen Denaren sind die Münzstätten Frankfurt, Geinhausen, Calsmund und Wetzlar vertreten. Mit dieser Erwerbung ist der erste Schritt getan, um eine große Lücke in unserer Sammlung auszufüllen, in der die mittelalterlichen Wetterauer Prägungen bisher fast ganz fehlten.

 

 

III. Sammlung hessischer Altertümer.

Ich beginne mit der militärgeschichtlichen Abteilung, die den Hauptzuwachs erfuhr: die in dem vorigen Bericht geäußerte Hoffnung ist unerwartet rasch in Erfüllung gegangen. Dank dem Entgegenkommen des Herrn Intendanten Graf Byland Baron zu Kheydt konnte ich mit den vortrefflichen Kennern auf dem Gebiete der Militaria, Herrn Theodor Meyer und Herrn Professor Meier von der Baugewerkschule, die Garderobe des Königlichen Theaters in tagelanger Arbeit durchsuchen, und die Ausbeute an hessischen und westfälischen Uniformen, Waffen und Ausrüstungsstücken war über Erwarten reich. Der Herr Minister des Königlichen Hauses genehmigte den Verkauf, und aller Sorgen überhob uns die Gewißheit, daß wir die immerhin beträchtliche Summe nicht aus eigenen Mitteln aufbringen müssen; hierüber im nächsten Bericht.

 

Es würde zu viel Raum wegnehmen, alle Stücke einzeln aufzuzählen. Ich erwähne nur, daß sich unter den Uniformen Waffenröcke des Leibgarderegiments,

 

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