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[Be]richt abgebildete Schrank. Neben diesen Truhen sind zwei Frankfurter Barockschränke, ein Säulenschrank und ein gekehlter Schrank, besonders erwähnenswert, Typen, die im 18. Jahrhundert nach Aufgabe der Möbel mit Einlagen und Auflagen auch in Hessen besonders gebräuchlich waren. Endlich ein oberhessischer Klapptisch gotischer Form mit einigen eingelegten Renaissance-Ornamenten von 1700 datiert, ein unberührtes, trefflich erhaltenes Stück.

 

Von Fulder Porzellan konnte nur Geschirr erworben werden. Eine Deckeltasse mit farbiger figürlicher Darstellung (Schäferpaar) von ungewöhnlich reicher Wirkung, eine andere mit Amoretten in Grisaillemalerei, ferner ein Paar Tassen mit Biskuitmedaillons und feinem Golddekor sind die hervorragendsten Stücke. Dazu kommt ein anmutig bemaltes Döschen und ein unbemaltes Weihwasserbecken. Nur eine Figur kam hinzu: ein Mädchen mit Blumen in der Schürze.

 

Beträchtlich wurden die bäuerlichen Trachten und Altertümer aus der Schwalm sowie aus Oberhessen vermehrt. Der Unterstützung Herrn Amtsgerichtssekretärs Wessel in Neustadt verdanken wir es, daß wir zur Eröffnung des Museums etwas Ganzes bieten zu können hoffen dürfen.

 

Endlich mag eines großen Aquarells Kobolds gedacht werden, das den Landgrafen Wilhelm IX. mit seiner Familie darstellt, und das aus einer Wiener Auktion den Weg zu uns fand.

 

Der Bau des Landesmuseums hat im vorigen Jahre begonnen und während diese Zeilen im Drucke sind, steht das Richtfest bevor.

 

Als Beilage geben wir dem Berichte eine Ansicht unserer Altenburg bei. Sie ist von Niedenstein aus aufgenommen, dessen Häuser im Vordergrunde erscheinen; der Berg rechts vom Beschauer ist der Falkenstein, der linke die Altenburg mit ihrem großen Plateau.

Boehlau.

 

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