|
.. |
— 48 — Gedanken an Einverleibung gar nicht aufkommen lassen: das Schicksal dieser Staaten und somit auch Hessens hat einzig und allein auf ihren Thronen ge sessen. — Lebhafter Beifall bekundete den starken Eindruck, welchen die Ausführungen des Redners gemacht hatten, und in fast einstündiger Erörterung einzelner Punkte sprach sich besonders seitens der älteren Mitglieder die innere Anteilnahme aus. Das Wort ergriffen die Herren Rosenfeld, Hartwig, v. Pentz , Heldmann, Paulus, Strippel , Glaser . Willkommene Ergänzungen bot zunächst Archivar Rosen feld; er machte über mehrere von Professor Busch bereits gestreifte Punkte nähere Mitteilungen unter Heranziehung und teilweiser Verlesung von neuem archivalischen Material: über die Sendung des preußischen Generals v. Willisen an den Kurfürsten im Mai 1862, über Beziehungen hessischer Politiker zu Bismarck, besonders über die Unterredung Friedrich Oetkers mit Bismarck im Jahre 1864. Namentlich aus den Berichten der kurhessischen Gesandten in Berlin teilte er verschiedenes mit und konnte der Versammlung auch die Originale zweier denkwürdiger Aktenstücke vorlegen: des durch General v. Willisen überbrachten Handschreibens König Wilhelms an den hessischen Kurfürsten vom 11. Mai 1862 und der berühmten Feldjägernote Bismarcks an den Vorstand des hessischen Ministeriums des Auswärtigen von Dehn-Rotfelser vom 24. November 1862. — Geh. Rat Hartwig betonte, wie sehr die Entscheidung des Kurfürsten gegen Preußen im Juni 1866 auf den Einfluß des österreichischen Gesandten Grafen Paar und der Fürstin von Hanau, welche gegen Dehn-Rotfelsers Vorstellungen wirkten, zurückzuführen sei. General v. Pentz erzählte unter Andeutung seiner Quelle, daß Anfang Juni 1866 die preußische Regierung auf den Anschluß Kurhessens gerechnet habe; der Kurfürst selbst sei damals preußen- freundlich gewesen, Moltke hätte daran gedacht, die kurhessische Division gegen Darmstadt zu verwenden. Auch über die Stellung des hessischen Thronfolgers und seiner Gattin, über Oetkers Beziehungen zu Bismarck, über das — gewiß irrige — Gerücht eines
|
.. |