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erschöpfende Mitteilungen von Archivar Knetsch über die wechselnden Schicksale der Burg, die jahrzehnte lang, soviel wir wissen, ein recht stilles Dasein als Sitz eines mainzischen Amtmanns geführt hat, dann aber 1462 in der großen Mainzer Stiftsfehde gleich der Stadt umkämpft worden ist. Dafür zeugen ur kundlich die Rechnungsposten über die dann erfolgten Wiederherstellungsarbeiten. Hans von Dörnberg , der 1464 Neustadt von Mainz zu Pfand erhielt, bekam in gleicher Weise 1467 auch die Nellenburg , und wenn ihr Besitz dann sehr bald in andere, wechselnde Hände übergegangen ist, so wurde sie doch 1535 von den Dörnbergs zurückerworben. Ihnen gehört die Burgstätte noch heute. Bewohnt war sie nun nicht mehr und ist wahrscheinlich im Laufe des 16. Jahrhunderts verfallen. — Ein Versuch, die Totenkapelle von 1576 auf dem städtischen Friedhof, der den Angehörigen beider Konfessionen dient, zu besichtigen, erwies sich als unausführbar. In Hubers Gasthof fand man vor treffliche Stärkung; dabei gab es auch noch ein Zwischenspiel geistiger Natur: einige Mitteilungen des Landgerichtsrats Gleim über die Schürfungen und Rillen, die, wie an vielen anderen, so auch an der Neustädter Kirche sich finden und in Marburg vor Jahren (Februar 1898) Gegenstand eines Vortrags von Oberlehrer Dr. Veckenstedt gewesen sind (vgl. „Mit teilungen“, Jahrgang 1897, S. 64). Auch neuerdings hat man sich wieder mit ihrem rätselhaften Ursprung beschäftigt. — So hatte der Vorsitzende, Archivar Rosenfeld, zum Schlusse mannigfachen Dank zu spenden an diejenigen, die zu den Genüssen des Nach mittags beigetragen hatten, an die Herren Siebert und Wessel, Knetsch und Gleim ; seines eigenen Verdienstes sei wenigstens hier gedacht.

 

4. Sonntag, den 30. Juni 1912 erfreuten zahl reiche Mitglieder des schnell und kräftig emporgeblüh ten Friedberger Geschichtsvereins mit ihren Damen den Marburger Verein durch ihren Besuch. In der Elisabethkirche, wohin die Gäste gleich vom Bahnhof aus geleitet wurden, übernahm Archivrat Küch die

 

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