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Führung und gestaltete sie besonders lehrreich, indem er die einzelnen Teile des Bauwerks, der plastischen und bildlichen Ausschmückung in zeitlicher Folge vor den Hörern erstehen ließ. Der Aufstieg durch die Stadt zum Schloß vollzog sich leider unter strömendem Regen. Im Rittersaal gab Archivar Dr. Rosenfeld einen kurzen Überblick über die Geschichte der alten Landgrafenburg und ihrer Hauptbauteile. Die jetzige Bestimmung des Schlosses als Staatsarchiv wird am besten veranschaulicht durch die reichhaltige Archiv ausstellung, deren Anordnung kurz erläutert wurde. Nach der Besichtigung der Archivausstellung und der schönen Kapelle begab man sich in die Altertümer- Sammlung des Geschichtsvereins, deren Reichhaltigkeit und Mannigfaltigkeit einem lebhaften und sachkundigen Interesse begegneten. Dr. Rosenfeld und der Konservator des Vereins Maler Giebel teilten sich hier in die Führung und Erläuterung der Gegenstände. An diese Besichtigungen schloß sich ein Gang um die Schloßgebäude und der Abstieg über die Ritterstraße und den Pfarrkirchhof zum Restaurant Seebode, wo das Mittagsmahl eingenommen wurde. Der Nachmit tag brachte noch eine Besichtigung des Universitäts gebäudes, insbesondere der Aula, deren Bilderschmuck von Prof. Wenck erläutert wurde. Dann überließ man sich im Hansenhaus-links und späterhin auf der Bopp`schen Terrasse dem geselligen Zusammensein, und trotz der ungünstigen Witterung werden nicht nur die Marburger, sondern, so ist zu hoffen, auch unsere Gäste, noch manchmal mit Befriedigung des Tages gedenken.

 

5. Sonntag, den 7. Juli 1912, unternahm der Marburger Geschichtsverein einen Tagesausflug nach Herborn und Dillenburg. Die Teilnehmer wurden am Morgen bei der Ankuft [Ankunft] in Herborn von einigen Herren des dortigen Altertumsvereins empfangen, die freund lichst die Führung durch die Stadt und ihre Sehens würdigkeiten übernahmen. Herborn hat 1251 durch die Grafen von Nassau, in deren Besitz sich der Ort und die Herborner Mark bereits früher befanden, Stadtr echte erhalten. In diese Zeit ist sowohl der Ursprung

 

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