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der noch in erheblichem Umfang erhaltenen Stadt befestigung mit einer Anzahl von Mauertürmen, wie auch die erste Anlage des Schlosses zu setzen. In die Stadtbefestigung mit einbezogen krönt es nach viel fachen Umbauten im Innern, die durch seine wechselnde Bestimmung als Beamtenwohnung , für Universitäts zwecke oder als fürstlicher Witwensitz und jetzt als Lehrerseminar nötig wurden, noch heute als wohlerhaltene, malerische Baugruppe eindrucksvoll das Bild der an dem Berge ansteigenden Stadt. Besondere Bedeutung gewann die Stadt durch die Hochschule, die Graf Johann VI. von Nassau-Dillenburg 1584 hier errichtete, namentlich durch ihre theologische Fakultät. Das Gebäude der hohen Schule, ein schlichter Renaissancebau, nur an der schmalen Straßenfront durch einen reizvollen Erker geschmückt, beherbergt heute auch eine reiche Altertümersammlung , die durch den Vor sitzenden des Herborner Altertumsvereins, Herrn J. H. Hoffmann, in jahrzehntelanger Arbeit zusammenge bracht worden ist. Sie wurde eingehend besichtigt. Die Stadt, die 1626 größtenteils durch einen Brand zerstört wurde, zeigt noch viele hübsche Fachwerk häuser, die in neuester Zeit vielfach ihres Verputzes und der Verschieferung wieder entkleidet werden, auch malerische Straßenzüge. Das Rathaus, dessen steinernes Untergeschoß den großen Brand überdauert hat, bietet im Innern noch interessante bauliche Einzelheiten. Die Stadtkirche, die mit einzelnen Teilen bis ins 13. Jahr hundert zurückreicht, ist besonders durch die Reste der Ausmalung des Chores von Interesse. Dillen burg wurde am Nachmittag unter der sachkundigen und gefälligen Führung von Herrn Dr. Dönges be sichtigt. Weniger reich an altertümlich malerischen Straßenbildern wie Herborn, erinnern seine Straßen und Bauten vielfach an die Zeiten des 18. Jahrhun derts, in denen Dillenburg Residenz oder wenigstens Sitz der Behörden der einen Linie des Nassauer Hauses war. Die kürzlich restaurierte spätgotische Stadtkirche birgt noch die Gruft von Angehörigen dieses Geschlechts. Aber das stolze ausgedehnte Schloß, das einst über den gewaltigen Futtermauern des schroffen Bergabhangs

 

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