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sitzende [Vorsitzende] mit herzlichen Dankesworten anschloß. An der Besprechung des Vortrags beteiligten sich außer dem Vorsitzenden Amtsrichter Eckhard aus Burg haun, der auf die französischen Straßennamen in Kassel hinwies, die heute manchmal bei Entfernung der Tünche an alten Häusern zum Vorschein kommen, und einen Hypothekenbrief vom 26. Dezember 1810, ausgestellt auf Antrag vom 15. Dezember 1809 vom Conservateur der Hypotheken in Kassel, nebst Obligation vom 30. März 1781 vorzeigte, sowie Postmeister Pflegin g , der einige Mitteilungen über das alte Kassel zur Zeit der Franzosenherrschaft machte.

Der vierte Geschichtsabend, der am 1. März 1912 stattfand, war dem Andenken an Friedrich den Großen und seine Beziehungen zu Hessen geweiht. Herr Oberlehrer Kienberger entwarf in einem groß angelegten Vortrage ein außerordentlich fesselndes Bild von Fried richs Persönlichkeit, von seiner Jugend, seiner geistigen Entwicklung, seinen ersten Regierungsjahren, von seinen Kämpfen und Siegen, seiner für Preußen so bedeutungs vollen Friedensarbeit und von seinem Einfluß auf seine Zeitgenossen, um dann die Beziehungen des großen Königs zu Hessen zu schildern. Hessen war der treueste Bundesgenosse Friedrichs. Schon am 23. März 1743 schloß Landgraf Wilhelm VIII. ein Freundschafts bündnis mit Friedrich, und Hessen bewahrte trotz der Umwerbung von Seiten Österreichs und Frankreichs Preußen die Treue, wofür sich Friedrich stets dankbar zeigte. Mit andern Fürsten übernahm er die Gewähr für die sog. Assekurationsakte vom Jahre 1758, wo durch der religiöse Zustand Hessens verbürgt wurde, nachdem der Erbprinz katholisch geworden war. Dieser trat in preußische Dienste ein. Redner schilderte sodann die Drangsale, die im siebenjährigen Kriege über Hessen kamen, sowie die Kämpfe, die auf seinem Boden ausgefochten wurden, bis die Friedensschlusse zu Fontainebleau und Hubertusburg dem blutigen Ringen auch in Hessen ein Ende machten. Für seine Treue erhielt der Landgraf von Hessen die Unterstützung Friedrichs des Großen bei dem Versuche, Hanau zu erwerben. Überhaupt war es für Hessen vorteilhaft, daß es sich

 

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