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an Preußen angeschlossen hatte und an seinen einzigen König, Friedrich II. den Großen. Im Anschluß an die sehr interessanten Ausführungen, die reicher Beifall lohnte, wurden aus der Versammlung heraus ver schiedene Anfragen gestellt, die den Vortragenden veranlaßten, noch mehrmals das Wort zu ergreifen. Der Vorsitzende sprach über den Friedensstein beim Brücker wirtshaus am Fuße der Amöneburg an der Ohm, der zur Erinnerung an den Abbruch des letzten Kampfes im siebenjährigen Kriege auf hessischem, damals allerdings noch kurmainzischem Gebiete von den beteiligten Feldherrn gesetzt wurde. P. Superior Dr. Pietsch wies auf die Stellung Friedrichs des Großen zur Religion überhaupt und zur katholischen Kirche im besonderen hin und erörterte die Bemühungen des alten Fritz, von Papst Benedikt XIV. die Anerkennung als König von Preußen zu erlangen. Es bestanden bezüglich dieser Anerkennung deshalb Schwierigkeiten, weil der größte Teil von Preußen Deutsch-Ordensland, also geistliches Gebiet, gewesen war.

Der fünfte und letzte Geschichtsabend im Winterhalbjahr 1911/12 fand am 29. März 1912 statt. Den Vortrag hielt Herr Postmeister Pfleging und zwar über die Entwicklung des Postwens [Postwesens] unter besonderer Berücksichtigung der Post in Hessen. Der Redner zeichnete ein großartiges Bild von der Entwicklung des Postwesens von seinen ersten Anfängen an bis auf unsere Zeit und schilderte sehr anschaulich die einzelnen Phasen dieser Entwicklung: Die Post im Altertum, insbesondere bei Persern und Römern, den Nachrichten dienst unter Karl d. Gr., die Botenanstalten verschie denster Art, die Fürsten, Bischöfe, Universitäten, Klöster und Städte im Mittelalter unterhielten, ferner die sog. Metzgerposten auf dem flachen Lande, das Thurn und Taxissche Postregal, die Territorialposten, die später im Gebiete des Norddeutschen Bundes zu einem Generalpostamt vereinigt wurden; mit dem Inkrafttreten der deutschen Reichsverfassung kam die Kaiserliche Deutsche Reichspost. Der geniale Staatssekretär des deutschen Reichspostamtes gründete den Weltpostverein. Über das älteste hessische Postwesen, so führte der Redner

 

 

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