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weiter aus, ist nur wenig bekannt. Die wenigen in das Staatsarchiv in Marburg geretteten Akten geben erst aus der Zeit Philipps des Großmütigen Auskunft über das Botenwesen in Hessen. Den Anfang der hessischen Post bilden wohl die Reichstags- und Reiseposten der Fürsten. Im Jahre 1539 wurde eine Postbeförderung von Kassel nach Frankfurt eingerichtet. Die Orte Kassel, Homberg, Ziegenhain, Linden und Frankfurt, die als Stationen dieses Postkurses genannt sind, dürfen wir als die ersten Poststationen in Hessen ansehen. Im Jahre 1544 ordnete Landgraf Philipp die Einrichtung einer Post von Kassel über Frankfurt nach Speyer während des dort tagenden Reichstages, 1555 wurde während der Tagung des Reichstages in Augsburg eine solche zwischen Kassel und Augsburg eingerichtet. 1561 kam eine Postverbindung zwischen der hessischen Landespost und der Taxisschen Reichspost zustande, die von Kassel über Felsberg, Ziegenhain, Kirchhain, Marburg, Großenlinden, Oberroßbach, Darmstadt, Heidelberg nach Stuttgart führte. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts versuchten die Taxisschen Posten, auch in Hessen festen Fuß zu fassen. Kaiser Matthias befahl 1616 dem Generalpostmeister, von den Niederlanden aus auf verschiedenen Wegen in das Reich neue Posten einzurichten. Die Landesherren, durch deren Gebiet diese Posten gehen sollten, wurden ersucht, den Durchgang zu gestatten. Der Landgraf von Hessen erfüllte zwar den Wunsch, erkannte aber diese Posten nicht als ein Recht der Taxis und des Kaisers an, sondern duldete sie nur. Durch die Stürme des 30jährigen Krieges wurden die schönen Anfänge des Hessischen Postwesens fast vernichtet. Zu keiner Zeit war die Macht des Hauses Taxis größer, als gegen Ende des 30jährigen Krieges, und die Taxisschen Posten gewannen immer mehr festen Fuß. Es beginnt nun ein jahrelanger Kampf zwischen dem Landgrafen und dessen Posten einerseits und den Taxisschen Posten anderseits. Erst der Landgräfin Hedwig Sophie gelang es nach langwierigen Verhandlungen mit dem Taxisschen Postmeister Parwein in Kassel und später mit dessen Witwe die Taxisschen Posten ganz aus Hessen zu ver- [verbannen]

 

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