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In zwei weiteren Zusammenkünften der Mitglieder, die auf Veranlassung des Pflegers stattfanden, wurde über die Erweiterung der Pflegschaft zu einem Zweigverein beraten. Es wurde anerkannt, daß in Hersfeld bei der großen Zahl der Mitglieder und bei dem reichen Material, welches die Geschichte des Ortes und der Abtei bietet, ein Zweigverein und damit eine Vertretung im Gesamtvorstande wünschenswert sei. Es soll jedoch zunächst einmal durch geschichtliche Ausflüge, Vor tragsabende und dergl. festgestellt werden, wieweit die Mitglieder den Bestrebungen des Vereins Interesse ent gegenbringen.

Am 22. Juni 1912 folgten eine Anzahl Damen und Herren einer Einladung der Pflegschaft zu einem Ausflug nach Wehrda . Von Neukirchen aus ging es über Rhina nach Wehrda , wo zunächst die vor dem Dorfe liegende alte Trümbach`sche Wasserburg besichtigt wurde, zu der Tierarzt Friederich an der Hand einer Skizze Erläuterungen gab. Es wurde allgemein be dauert, daß keine Mittel aufgewendet werden, um das interessante Bauwerk freizulegen und daß es nicht wenigstens unter Denkmalschutz gestellt wird, um sein allmähliches Verschwinden (es wird von privater Seite als Steinbruch benutzt) zu verhindern. Es soll ver sucht werden, maßgebende Persönlichkeiten für die Erhaltung der Reste der alten Burg zu interessieren. Aber auch die Wehrdaer sollten nicht stillschweigend der Zerstörung der Ruinen, die doch in engem Zu sammenhang mit der Geschichte des Ortes stehen, zu sehen. Im Dorfe selbst wurde unter Führung des Pfarrers Gerlach der Kirche ein Besuch abgestattet. Diese Kirche zeichnet sich vor den anderen Kirchen unserer Umgebung dadurch aus, daß sie befestigt ist, d. h. im Notfalle verteidigt werden konnte; davon zeugen noch die Schießscharten, die sich nicht nur im Turm, sondern auch im Schiff der Kirche finden, und das Lager für den Sperrbalken hinter dem Eingangstor. Auch die außerordentlich schönen Grabsteine derer v. Trümbach , die in der Wehrdaer Kirche im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen pietätvolle Scho nung erfuhren, fanden verdiente Aufmerksamkeit. Dann

 

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