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Die Ausgrabungen auf der Altenburg

bei Niedenstein

3. Bericht.

(S. Zeitschrift Band 43, 1909, S. 9 ff.

und Mitteilungen Jahrgang 1910/11, S. 101 ff.)

 

I. Grabung Kropatschecks 1909/10.

1. Straßen.

Vom südlichen Durchlaß des oberen Steinwalls zieht sich zum Bassin östlich vom Dornköpfchen eine sehr deutliche muldenförmige Vertiefung hinauf, die auch auf der Karte (1. Bericht, Plan 2) eingezeichnet ist. Ähnliche sich langhinziehende Bodenvertiefungen, in denen man zunächst alte Wasserläufe hätte ver muten können, zeigten sich, wenn auch weniger deut lich, bei genauerer Bodenuntersuchung auch an anderen Stellen.

Schon die ersten Schnitte durch die erstgenannte Vertiefung brachten die erwartete Aufklärung: es handelt sich um die alten Straßen der Burg, die stellen weise sehr ausgefahren waren und dann durch eine ziemlich sorgfältige Steinpackung und Schotterung für Wagen passierbar gehalten wurden. Mehr oder we niger deutlich ergab sich in fast allen Schnitten das selbe Bild. Zwei charakteristische Schnitte zeigen die Photographien auf Beilage 2. Man sieht auf ihnen deutlich, wie unter der Humusschicht eine 20 bis 30 cm starke Steinlage von verschiedener Breite liegt. Daß diese Steinlage künstlich hineingebracht ist, beweist vor allem ihr Aufhören bei Verlängerung der Schnitte. Ferner fand sich aber auch meist unter ihr eine Ton- und Mergelschicht, auf die dann der anstehende Felsboden folgte. Wenn es auffallend scheinen könnte, daß sich diese Steinpackung nicht in allen Schnitten fand, so ist das zweifellos darauf zu rückzuführen, daß die Wege nicht gleich bei Beginn der Besiedlung eine Schotterung erhielten, sondern daß diese nur an ausgefahrenen Stellen aufgefüllt wurde. Ganz ähnlich werden noch heute auf dem Lande die Feld- und Landwege durch Ziegel- und Mauerstein- [Mauersteinbrocken]

 

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