vorherige Seite  -  zurück  -  nächste Seite

 
 

..

121

In seinem weiteren Vormarsch wurde er aber durch einen Befehl des preußischen Kriegsministeriums gehemmt, der ihm verbot, die Grenze Jütlands zu überschreiten. Erst am 5. Mai konnte er, nachdem von preußischer Seite das von der Zentralgewalt in Frankfurt a. M. verlangte weitere Vorgehen nachgegeben war, in Jütland einrücken. Er blieb aber wenig nördlich der Grenze wieder stehen, während die unter Generalmajor v. Bonin selbständig vorgehende Schleswig-Holsteinische Division Fredericia einschloß und belagerte. Die Belagerung versprach von vornherein wenig Erfolg, weil die Festung mangels einer deutschen Flotte vom Meere her nicht eingeschlossen werden konnte. So gelang es denn den Dänen, einen großen Teil ihrer Streitkräfte von Fünen her in die Festung zu schaffen, mit diesen am 6. Juli 1849 die Festung zu verlassen und in einer vor den Toren der Stadt sich entwickelnden Schlacht die Schleswig-Holsteiner vollständig zu schlagen und zur Aufhebung der Belagerung zu zwingen, v. Prittwitz schob alsbald einen Teil seiner Truppen, darunter auch die Kurhessen, vor, um die Schleswig-Holsteiner, die der Auflösung nahe waren, aufzunehmen und zu decken. Die nun folgenden Erlebnisse des Schützenbataillons schildert das folgende Tagebuch des in diesem Bataillon stehenden Hauptmanns Sporleder 1 ), das uns von dessen Witwe mit dankenswerter Bereitwilligkeit zur Verfügung gestellt worden ist.

Das mit Bleistift in sehr schöner und deutlicher Schrift geschriebene Tagebuch lautet folgendermaßen:

Kantonnement Haistrup , 4 Stunden östl . von Hadersleben, vom 13. Mai bis zum 6. Juli 1849, nachm. 5 Uhr, mit der 2. Komp. des Schützenbats. besetzt gehalten 2).

Haistrup, den 6. Juli 1849.

Vorm. 1 / 2 10 Uhr waren hier: Oberst v. Dietr. 3 ), Oberstltnt.

__________

1 ) Justus Heinrich Sporleder , geb. 20. 11. 1807 in Jesberg, wo sein Vater
     Landwirt war, trat 1. 6. 1823 als Kanonier in das Artillerieregt . ein, wurde
     11. 4. 1824 Bombardier, 18. 5. 1826 als Portépéefähnrich in das 3. Inf.-Regt .
     versetzt, 9. 11. 1828 mit Patent v. 11. 11. 1828 Sekondleutnant im
     1. Inf.-Regt., 7. 12. 1832 mit Wartegeld ausgeschieden, 24. 12. 1832 wieder
     einrangiert, 24. 5. 1838 Premierleutnant, 26. 9. 1848 als Hauptmann und Chef
     der 2. Komp. in das Schützenbat . versetzt, 26. 11. 1854 als Major zum
     2. Inf.-Regt., 23. 1. 1859 Bataillonskommandeur darin , 20. 7. 1860
     Oberstleutnant, 30. 9. 1863 Inhaber des Wilhelmsordens 4. KL, 22. 10. 1864
     mit Pension ausgeschieden, 28. 11. 1865 in Hanau gestorben.

2 ) Das Schützenbataillon war von Mitte Mai ab dem Detachement des
     preußischen Obersten Diederichs zugeteilt, welches aus dem Bat. Sachsen -
     Altenburg, dem Bat. Sachsen-Weimar, dem Schützenbat ., der Schwadron
     Kurfürst-Husaren und etwas Artillerie zusammengesetzt war und auf der
     Halbinsel südlich der Haders-lebener Föhrde stand.

3 ) Oberst Diederichs.

 

..

 
 
vorherige Seite  -  zurück  -  nächste Seite