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einrichten lassen, die sog. Journalière. Später kamen dann keine Verweise mehr, der Landgraf sah selbst ein, wie verletzend seine Vorwürfe gegen den verdienten Heerführer seiner hessischen Truppen gewesen waren. Als er am 1. Februar 1760 zu Rinteln verstarb, ging der Krieg weiter. Sein Sohn und Nachfolger Friedrich II. mußte sechs Monate nach seinem Regierungsantritt gleichfalls sein Land verlassen und hielt sich in Braunschweig auf. In Bezug auf den brieflichen Verkehr zwischen ihm und dem Hauptquartier seiner Truppen blieb dasselbe Verhältnis wie unter seinem Vater bestehen. Mitunter aber gab es auch viel größere Verzögerungen, aber selten hat er eine Klage, niemals einen Vorwurf gegen Wutginau erhoben. Den endlichen Frieden verkündeten dann die reitenden hessischen Posten mit frohem Schmettern den freudig aufhorchenden Einwohnern des Landes.

Der Vortrag fand den starken Beifall der zahlreichen Zuhörer, dem Herr Geheimer Justizrat Schroeder nochmals im Namen der Versammlung besonderen Ausdruck lieh.

 

3. Am 20. Januar 1913 sprach Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. phil. Edward Schröder aus Göttingen über „Namengebung in deutschen Fürstenhäusern mit besonderer Berücksichtigung des hessischen Fürstenhauses“. Auf den Höhen der Gesellschaft und Geschichte einherschreitend können sich die Fürsten nicht, wie wir das bei Privatleuten erleben, rasch allen Zufälligkeiten und Eindrücken der Geschmackswandlung hingeben, sie sind auch in der Namenwahl beschränkt durch Tradition und Rücksicht. Je höher wir steigen, desto deutlicher nehmen wir bei der Namenwahl bewußte Absichten wahr. Wir können erraten, warum man hier Namen festgehalten, dort aufgegeben und gemieden hat. Gewiß spielen Hoffnungen, Erinnerungen, Verpflichtungen und Ansprüche auch bei der Namenwahl in unseren Kreisen eine Rolle, aber vielfach sind diese Momente nur unbewußt und später, schon nach wenigen Generationen, kaum noch erkennbar. Die Namengebung

 

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