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der Fürstenhäuser beansprucht aber auch deshalb ein erhöhtes Interesse, weil sie, vermittelt durch den Lehnstaat, Hofstaat und Kriegsstaat, die Namengebung des ganzen Landes anhaltend und auf Generationen hinaus beeinflußt.

Um nicht allzustark in das reiche Detail zu geraten, führte Redner nun zunächst an der Hand von Einzelbeispielen in die historische Betrachtungsweise auf diesem Gebiete ein.

Im März des Jahres 1459 hatte der deutsche Kaiser Friedrich III. einen Traum, es erschien ihm der hl. Maximilian, keiner der großen Heiligen, den erst eine Fälschung des 10. Jahrhunderts schuf. Dieser Traum hatte eine eigentümliche Folge; er gelobte sich, einen Sohn, der ihm geboren wurde, Maximilian zu nennen, und dieser wurde so der erste deutsche Junge, der den Namen Max führte. Dieser Name ging von Kaiser Max später auch auf die Wittelsbacher und dann auf viele katholische und protestantische Fürstenhäuser über, und außerdem übernahmen ihn die Habsburger und Wittelsbacher Hofstaaten und Kriegsleute, und im 16., noch mehr aber im 17. Jahrhundert breitete er sich vom Adel bis hinab in das Bürgertum aus. Freilich, die stolze Form Maximilian, bei der er blieb, machte ihn den Bürgern und Bauern weniger beliebt, während die vornehme Gesellschaft der Renaissance- und Barockzeit, eben jener Zeit, die die Allongeperücke brachte, an dem Namen ihre Freude hatte. Es ist längst vergessen, daß der Ausgangspunkt dieser Namengebung ein kirchlicher war. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts tritt dann ein neues Moment, ein literarischer Einfluß, hinzu. Schillers „Wallenstein“ erschien, und Max und Thekla wurden populär. Daß der Heiligenname Thekla in protestantische Familien drang, ist ausschließlich die Wirkung Schillers. Und nun wandelt sich der Geschmack. Das 19. Jahrhundert hat eine Freude an kurzen und derben Namen; es ist die Zeit, die Namen wie Fritz, Hans, Paul, Kurt, Heinz und Götz zur Popularität verhilft. Da wurde auch der Name Max in dieser kurzen Form beliebt, zugleich hier und da die Erinnerung an den letzten Ritter, dort

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