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nannte er ausschließlich die Kinder seiner Gemahlin und setzte sich dabei selbst über die Empfindlichkeit gegenüber der Doppelehe Philipps, die dessen Name immer mehr hatte schwinden lassen, hinweg, und ebenso ließ er den Namen Moritzens, des Urhebers des religiösen Zwiespaltes, wieder aufleben. So klammerte er sich an die ruhmreiche Tradition seiner Familie.

Die fürstlichen Frauen, die im Lande eine Rolle spielten, kamen von auswärts, und die im Lande geborenen trugen den hessischen Namen vielfach hinaus. Jedoch der Einfluß, den Frauen in der Namengebung haben können, tritt im hessischen Fürstenhause nicht sehr deutlich zutage. Tatsache aber ist, daß die Namen der regierenden Landesmütter eine Rolle in der Namengebung der bürgerlichen Kreise spielen, und in Hessen ist zu verfolgen, wie die Namen fast aller Landgräfinnen über viele Generationen hinaus wirkten. Die Namen Christine und Sabine — diese mehr in" der ländlichen Bevölkerung — Sophie, Juliane und Hedwig stammen von Landgräfinnen, und mit besonderer Liebe hat sich das Volk der in ihrer Ehre gekränkten regierenden Gattinnen (Christine und Auguste!) angenommen, und daß andererseits der Name Gertrud, der auswärts bereits zu Mode geworden war, sich in Hessen nicht durchsetzte, hatte gleichfalls seinen Grund1) .

Dem Danke der Versammlung, den diese durch lebhafte Beifallsbezeugungen bereits dargebracht hatte, gab der Vorsitzende, Generalmajor z. D. Eisentraut, dem Redner gegenüber nochmals Ausdruck.

 

4. Am 17. Februar 1913 hielt Obertelegraphensekretär Siegel einen Vortrag über „Die hessischen Land- und Garnisonregimenter“. Rittertum, Landsknecht- und Söldnerwesen hatten auch in Hessen zu Ausgang des Mittelalters dem alten Heerbann, dem Aufgebot aller streitbaren Männer, den Untergang gebracht. Noch 1424 schlug Landgraf Ludwig I. bei Kleinenglis den Mainzer Erzbischof, nachdem er alle seine Hessen, soweit sie noch einen Stecken

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1) Hessenland, 1913, S. 49.

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