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diesen Tagen sind die Altertümer hierher überführt worden und haben nun eine würdige Heimstätte gefunden, die hoffentlich auch eine dauernde ist. Die Sammlung soll, wenn alles geordnet ist, dem Publikum an bestimmten Wochentagen zugänglich gemacht werden.

 

IV. Ortsgruppe Schmalkalden.

Im abgelaufenen Jahre fand die Mitgliederversammlung in Schmalkalden statt und die Ortsgruppe durfte zahlreiche auswärtige Vereinsgenossen und Geschichtsfreunde hier begrüßen. Der Hennebergische Geschichtsverein unterstützte uns in freundwilligster Weise bei den zum Empfang getroffenen Veranstaltungen.

Auch im übrigen spielte sich das Vereinsleben im engen Anschluß an den Henneberger Verein ab: Vortragsabende und Ausflüge waren gemeinschaftlich. Letztere führten uns im Jahre 1912 zuerst außer Landes nach dem Sachsen-Meiningenschen Orte Bibra, wo uns die Familie v. Bibra den Besuch der alten Wasserburg und des außerhalb ihrer Mauern gelegenen Renaissanceschlößchens freundlichst gestattet hatte. Wir durchwanderten die auch in ihren Resten noch großartige Burganlage, sahen in dem reizend eingerichteten Schlößchen manches schöne alte Möbelstück und Bild und besichtigten dann die spätgotische Dorfkirche, mit ihren Holzemporen, ihren Schnitzaltären und ungemein zahlreichen Bibraschen Grabsteinen eine der malerischsten zwischen Thüringen und Franken. Bischof Lorenz v. Bibra, dessen Grabdenkmal im Dom zu Würzburg ein Hauptwerk Tilmann Riemenschneiders ist, hat den berühmten Bildhauer beauftragt, auch seinem Vater im Chor der heimatlichen Dorfkirche ein Denkmal zu errichten, und so sehen wir hier zwischen der üblichen Mittelware von Rittergrabsteinen ein Werk hoher Kunst, stark erinnernd an den Schaumburg der Würzburger Marienkapelle. Auch einer der Schnitzaltäre ist eine achtbare Leistung. Der weitere Weg führte uns aus dem Lande der Bibra nach Burg und Dorf Henneberg, dem Stammsitz der alten Landesherrn; die Reste der ehe- [ehemals]

 

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