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die Stadt Calcar am Niederrhein durch den General Rabenhaupt besetzt, und auch das Kurstift Köln sollte für die weiteren Quartiere in Anspruch genommen werden. Damit ward aber auch noch die Absicht ver bunden, die Sammlung und Vereinigung kaiserlicher Truppen im dortigen Lande zu verhindern. In der Nacht vom 2. zum 3. Januar 1642 ward bei Wesel der Rhein auf einer Schiffbrücke überschritten, die Stadt Ürdingen genommen und an den in der Nähe stehenden kaiserlichen General Lamboy (der auch 1635 Hanau vergeblich belagert hatte) die Aufforderung zu offener Feldschlacht gesandt, die dieser jedoch nicht annahm. Vielmehr erwartete er hinter einer doppelten Landwehr, in gut gedeckter Stellung, die Hessen und Weimaraner. Diese griffen unter der Führung des Generals Caspar v. Eberstein ungestüm an, und in nicht viel mehr als einer Stunde waren die Reihen der Kaiserlichen gesprengt. Namentlich hart für die Kaiserlichen war es, daß fast die ganze Infanterie, 4000 Mann, alles alte Regimenter, gesprengt war, über haupt ward das Heer Lamboys, rund 89000 Mann stark, durch diesen Schlag völlig vernichtet, denn etwa 4000 Mann davon waren gefangen, und an die 2000 tot, während der Verlust der Hessen sich auf noch nicht 200, der der Weimaraner auf knapp 300 Tote belief.

Der Bericht des Geheimen Kriegsrats v. Krosigk über die Schlacht, datiert aus St. Antonius (St. Tönies bei Crefeld) vom 8. Januar, an die Landgräfin Amalie Elisabeth rühmte die Größe des erfochtenen Sieges, bei dem auch eine Anzahl Fahnen und Standarten sowie das ganze kaiserliche Geschütz dem Sieger in die Hände gefallen.

Ein in diesem Gefechtsbericht besonders erwähnter Hauptmann Bellicum, der noch 1649 als Major in hessischen Diensten stand eine sehr ungestüme und reizbare Natur erscheint später als der erste preußische Generalstabsoffizier, worauf Direktor Woringer noch besonders hinwies.

Letzterer ergriff dann noch das Wort, um ein bei der Neuordnung der Registratur des Geschichtsvereins

 

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