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Schutt und Asche legte. Das bemerkenswerte Ge bäude Müllergasse Nr. 15 soll diesen Brand überdauert haben und ebenso ein vom Vortragenden vorgezeigtes, noch heute im Bäckerladen des Nachbarhauses aufbewahrtes, Christophorus mit dem Christuskind darstel lendes Holzrelief. Im September 1600 hielt jene prunk volle Gesandschaft des Perserkönigs ihren glänzenden Einzug durch Müllertor und Müllergasse, und mehr denn anderthalb Jahrhunderte später rückten die Franzosen unter dem später während der Revolution an einem Pariser Laternenpfahl endenden Foulon durch das Müllertor in Kassel ein; erst ein Jahr später konnte Landgraf Wilhelm VIII. ebendort wieder in seine Residenz einziehen. General Eisentraut erinnerte daran, daß der Landgraf den Fabrikanten Pistor, der den 1756 nach England ausrückenden Truppen un taugliche Flinten geliefert hatte, in das gleichfalls im Vortrag erwähnte nah gelegene Kastinal setzen ließ. Anläßlich des am 17. August 1917 sich zum 100. Male jährenden Geburtstages Hermanns von Eschwege ver las Direktor Prof. Dr. Brunner einen von dessen Tochter, der Gräfin von der Groeben in Berlin verfaßten Lebensabriß dieses Flügeladjutanten des letzten hessischen Kurfürsten. Schön von Angesicht und hoch gewachsen, war dieser im Schloß zu Reichensachsen als Sohn des Rittmeisters Ferdinand von Eschwege geborene Offizier der Liebling der Kasselaner und volkstümlicher als der Kurfürst selbst. Als junger Gardedukorpsleutnaut ritt er einmal, indes seine Kameraden ihm atemlos zusahen, auf Grund einer Wette die Katzentreppen hinunter, was ihm freilich eine zweitägige Arreststrafe in der Auetorwache eintrug. Als man 1848 auch in Kassel Barrikaden baute, schob ihm die Menge, als er eine Nachricht ins Palais zu bringen hatte, auf der Königstraße sofort einen umgestürzten Wagen beiseite, um ihm Platz zu machen. Eschwege das bekannte Handwerksche Bild zeigt ihn neben Verschuer im Gefolge des Kurfürsten wurde bald Flügeladjutant und dann Oberstallmeister. Das Gestüt Beberbeck brachte er hoch, und als leiden schaftlicher Jäger weilte er gern und oft im Reinhards- [Reinhardswald]

 

 

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