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zwei Maler dieses Namens, Johann Werner, den Vater, und Johann Gottlieb, den Sohn; während man über den letzteren ziemlich genau unterrichtet ist, fehlen über den Vater in den Künstlerlexiken, Kunstge schichten und ähnlichen Büchern fast alle Nachrichten; nicht einmal sein Geburtsjahr wird angegeben. Der Vortragende hat fleißig auf der Landesbibliothek geforscht, Kirchen- und Staatshandbücher u. dergl. m. durchgesehen und trug nun das Gefundene vor, indem er dabei zugleich Proben der Kunst Kobolds zur Vorlage brachte. Um das Geburtsjahr Werner Kobolds, der der Kasseler Hofgemeinde angehört hatte, festzustellen, wandte sich Redner schließlich nach Marburg an das Kgl. Staatsarchiv. Er vermutete, daß bei dem Eintrag des Todestages auch das Alter und damit das Geburtsjahr angegeben sein würde. Herr Archivdirek tor Küch teilte ihm daraufhin nicht nur dieses, sondern auch noch weiteres wertvolles Material über die beiden Kobolds mit, wofür Redner seinen Dank aussprach. Johann Werner Kobold war ein tüchtiger Meister; das erhellt nicht nur aus seiner Anstellung als Hof-Dessinateur des Landgrafen Friedrich II. von Hessen und seines Nachfolgers Wilhelm IX., seiner Ernennung zum Mitglied der Kasseler Akademie der bildenden Künste als Professor und Lehrer an der selben, sondern auch daraus, daß er als Bildnismaler eine Reihe von hohen Militärs, Göttinger Professoren, berühmten Ausländern usw. dargestellt hat, deren Bildnisse, weil in festem Besitz, wohl nie auf den Kunstmarkt kommen; auch die seltensten und kostbarsten Kasseler Ansichten sind von Werner Kobold gezeichnet oder nach seinen Zeichnungen gestochen. Der Direk tion der Landesbibliothek muß man dafür dankbar sein, daß sie es verstanden hat, neuerdings Werke beider Kobolds zu erwerben, welche sich in ihrem Ausstellungssaal befinden und eine Besichtigung verdienen. Von den im Besitze des Redners befindlichen beiden Koboldschen Ölbildern hat er das eine, den General leutnant Werner v. Mirbach, Kommandanten von Ziegen hain, darstellend, auf Wunsch seines Urgroßneffen, Exz. D. Freih. v. Mirbach, Obertruchseß Sr. Maj. d. Kaisers, diesem für seine Ahnengalerie überlassen.

 

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